Symbolbild

Geschlossene Cafés, Bars und Kinos, Kontaktbeschränkungen und das Einhalten des Sicherheitsabstands: Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus erschweren es Singles, potentielle Partner zu finden. Inwiefern sich das Online-Dating-Verhalten in Zeiten der Pandemie verändert hat und was die User als belastend empfinden, hat Prof. Dr. Wera Aretz, Psychologin an der Hochschule Fresenius in Köln, untersucht. Im Rahmen einer Online-Studie während des ersten Lockdowns wurden fast 2.000 Personen zu ihrem Online-Verhalten und ihrem subjektiven Stresserlebnis befragt. Überraschende Erkenntnis: Viele Partnersuchenden griffen eher zum Telefon als zum Videochat.

Die Suche nach einem Partner ist in Zeiten der Pandemie nicht einfach: Aufgrund der coronabedingten Auflagen ist ein reales Treffen nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Haben diese Beschränkungen dazu geführt, dass Online-Dating-Portale verstärkt zur Partnersuche genutzt werden? Lassen sich Veränderungen in der Form und Qualität der Kommunikation feststellen? Wird die körperliche Präsenz durch Telefonate, Sprachnachrichten oder Videochats ersetzt? Was empfinden die Nutzer als belastend? Diesen und weiteren Fragen ist Prof. Dr. Wera Aretz in ihrer Erhebung nachgegangen. Dazu führte die Professorin für Psychologie und Expertin für Online-Dating mit Unterstützung der Anbieter Parship und Elitepartner zwischen April und Juni 2020 eine Online-Befragung durch. Insgesamt nahmen fast 2.000 Personen an der Studie teil, davon waren 74 Prozent Singles und 52 Prozent Alleinerziehende. Das Durchschnittsalter betrug 37 Jahre. Dabei wurden auch das subjektive Stresserleben erfasst und faktorenanalytisch Chancen und Belastungsfaktoren identifiziert.

Die Ergebnisse zeigen, dass Online-Dating in der Zeit des Lockdowns insgesamt intensiver betrieben wurde, wobei zwischen den Nutzern verschiedener Plattformen Unterschiede bestehen. Insbesondere die Social-Dater verbringen seit Corona mehr Zeit mit Online-Dating. Zu der Kategorie des Social-Datings zählen Anbieter wie Tinder oder Lavaoo, deren Angebote vor allem über das Smartphone abgerufen werden. Im Gruppenvergleich: 62 Prozent der Social-Dater, 40 Prozent der Nutzer von Online-Partnervermittlungen und 38 Prozent der Nutzer von Singlebörsen nutzen Online-Dating intensiver. Corona hat auch die Motive und die Qualität der Kommunikation beeinflusst. Die meisten Probanden geben als Grund für die Nutzung an, den Kontakt zu anderen in der Zeit des Lockdowns zu vermissen und sich einsam zu fühlen – dies zeigt sich insbesondere bei den Social-Datern. „Auch die Form der Kommunikation hat sich deutlich verändert. Zum einen antworten die User schneller und ausführlicher. Zum anderen sind die Gespräche tiefsinniger geworden. Die schwierige Situation macht viele nachdenklicher, was sich auch im Online-Dating bemerkbar macht. Zu den Gesprächsthemen kommen sehr schnell auch Corona-Stressfaktoren: Wie geht man mit der Situation um? Wie verändert die Pandemie das Leben?“, erklärt Aretz.

Um sich besser kennenzulernen, nutzen Online-Dater verschiedene Kommunikationsmedien: Während die jüngeren Social-Dater deutlich häufiger textbasierte Nachrichten und Sprachnachrichten verschicken, greifen die Gruppe der Nutzer von Online-Partnervermittlungen sowie die Singlebörsennutzer häufiger zum Telefon. Überraschenderweise werden Video-Chats wie Skype, Facetime oder Teams von allen Gruppen am wenigsten genutzt. Trotz der Kontaktbeschränkungen haben sich annähernd 70 Prozent der Befragten in der Wirklichkeit miteinander getroffen. Ein gutes Drittel gab an, die Abstandsregeln nicht immer eingehalten zu haben und einander näher als die gebotenen 1,50 Meter gekommen zu sein. Nur 13 Prozent haben die Treffen während des Lockdowns vollständig virtualisiert.

Über die Hochschule Fresenius
Die Hochschule Fresenius mit ihren Standorten in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Idstein, Köln, München und Wiesbaden sowie dem Studienzentrum in New York gehört mit über 17.000 Studierenden zu den größten und renommiertesten privaten Hochschulen in Deutschland. Sie blickt auf eine mehr als 170-jährige Tradition zurück. 1848 gründete Carl Remigius Fresenius in Wiesbaden das „Chemische Laboratorium Fresenius“, das sich von Beginn an sowohl der Laborpraxis als auch der Ausbildung widmete. Seit 1971 ist die Hochschule staatlich anerkannt. Sie verfügt über ein sehr breites, vielfältiges Fächerangebot und bietet in den Fachbereichen Chemie & Biologie, Design, Gesundheit & Soziales, onlineplus sowie Wirtschaft & Medien Bachelor- und Masterprogramme in Vollzeit sowie berufsbegleitende und ausbildungsbegleitende (duale) Studiengänge an. Die Hochschule Fresenius ist vom Wissenschaftsrat institutionell akkreditiert. Bei der Erstakkreditierung 2010 wurden insbesondere ihr „breites und innovatives Angebot an Bachelor- und Master-Studiengängen“, „ihre Internationalität“ sowie ihr „überzeugend gestalteter Praxisbezug“ vom Wissenschaftsrat gewürdigt. Weitere Informationen auf: www.hs-fresenius.de

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