Eine Schulbibliothek, die wegen zu großen Andrangs zeitweise ihre Türen schließen muss – an der Gemeinschaftsschule Saarbrücken-Ludwigspark ist das längst Alltag geworden. Bei ihrem Besuch im Rahmen der Startchancen-Tour konnte sich Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot selbst ein Bild davon machen, wie gut die Leseförderung an der Schule greift. Ein ausgeliehenes Buch im Ranzen gehört vor allem für die jüngeren Kinder inzwischen ganz selbstverständlich dazu.
Unter dem Motto „Gemeinsam stark am Ludwigspark“ verfolgt die Schule einen klaren Ansatz: Unterschiedliche Startvoraussetzungen werden nicht ignoriert, sondern zum Ausgangspunkt gezielter Unterstützung gemacht. Für die Ministerin ist das gelebte Praxis. „Startchancen heißt für mich: Wir schauen darauf, was Kinder und Jugendliche brauchen, um erfolgreich lernen und ihre Stärken entwickeln zu können“, sagte Streichert-Clivot. „Genau das lebt die Gemeinschaftsschule Ludwigspark.“
Das Startchancen-Programm verschafft der Schule zusätzlichen Spielraum, um individuelle Förderung und Persönlichkeitsentwicklung miteinander zu verzahnen. Konkret reicht das Angebot von Lerncoaching und Sprachförderung über differenzierte Diagnose- und Förderangebote bis hin zu zusätzlicher Unterstützung in Deutsch und Mathematik. Erlebnispädagogische Projekte stärken darüber hinaus die Klassengemeinschaft, weitere Schwerpunkte liegen auf der Berufsorientierung und der Weiterentwicklung des Unterrichts.
Wie selbstständiges Lernen aussehen kann, zeigt der sogenannte FREI DAY. Jeden Mittwoch arbeiten die Schülerinnen und Schüler drei Stunden lang an Themen, die sie selbst gewählt haben. Die Bandbreite ist groß und reicht von Klimaschutz, Fairtrade und mentaler Gesundheit über Erste Hilfe und Podcasts bis zu gemeinsamen Vorhaben mit sozialen Einrichtungen. Sie entwickeln eigene Ideen, suchen nach Lösungen und übernehmen Verantwortung für deren Umsetzung. „Der FREI DAY macht deutlich, was entstehen kann, wenn Schülerinnen und Schüler eigene Ideen entwickeln und erleben: Ich kann etwas bewegen“, betonte die Ministerin.
Fest im Schulalltag verankert ist auch das Leseband, das täglich Raum für gemeinsames und individuelles Lesen schafft. Die Freude an Büchern und Geschichten, so Streichert-Clivot, stärke ganz nebenbei eine der wichtigsten Grundlagen für den weiteren Bildungsweg. Dass die Kinder selbstständig zu Büchern greifen, zeigt sich nicht zuletzt am Erfolg der Schulbibliothek. Getragen wird der pädagogische Alltag zusätzlich von einem multiprofessionellen Team: Eine Erzieherin sowie zwei Fachkräfte der Schulsozialarbeit und Sozialpädagogik begleiten die Jugendlichen, führen Krisengespräche und beraten Eltern wie Lehrkräfte.
Für Regionalverbandsdirektorin Dr. Carolin Lehberger ist dieser Baustein unverzichtbar. „Schulsozialarbeit ist ein fester Bestandteil des pädagogischen Alltags an unseren Schulen“, erklärte sie. Durch die Förderung über das Startchancen-Programm habe das Angebot sozialräumlich ausgeweitet und die Unterstützung von Familien weiter gestärkt werden können. Im Saarland profitieren von dem gemeinsam von Bund und Ländern getragenen Programm 55 Schulen mit rund 17.000 Schülerinnen und Schülern. Über zehn Jahre fließen dafür jährlich etwa zwölf Millionen Euro Bundesmittel ins Land, verteilt auf Investitionen in die Lernumgebung, bedarfsgerechte Chancenbudgets und die Stärkung der multiprofessionellen Teams.





















