Unter dem Motto „Eine Reise um die Welt“ hat die Schule an den Linden in Kirkel-Limbach wieder ihr lang erwartetes Schulfest gefeiert. Es gab Länderstände, selbst entwickelte Angebote der Schülerschaft und gute Laune, wohin man sah.
Wer an diesem Samstagvormittag im September mit einer speziellen Angel über den Schulhof zog, fischte keine Fische, sondern riesige Seifenblasen aus der Luft. Ein kleiner, aber ziemlich genauer Ausschnitt aus einem Fest, das sich als Weltreise verstand, ohne dafür den Schulhof verlassen zu müssen. Wer sich mit dem passenden Reisepass ausstattete, konnte auf dem Gelände an der Hauptstraße in Limbach gleich mehrere Kontinente besuchen, rund vier Stunden lang, von elf bis fünfzehn Uhr an diesem 5. September.

Länderstände, Stempelpass und Seifenblasen
Die Idee zum Motto „Eine Reise um die Welt“ stammte aus der schulinternen Arbeitsgruppe des Kollegiums und zog sich durch das gesamte Programm, das kulturelle und kulinarische Angebote aus Amerika, Afrika, Australien und Asien versammelte. Wer an einem Stand vorbeikam, konnte sich in einem eigens gedruckten Reisepass einen Stempel abholen. „Unsere Welt ist nicht himmelblau und nicht einfarbig, sie ist bunt“, sagte Messemer. Am meisten freute ihn an diesem Tag, dass diese Vielfalt der Schule tatsächlich sichtbar wurde, im Programm ebenso wie unter den Besuchern von jung bis alt.
Auf der Bühne wechselten sich Auftritte des Schulchors mit Gesangsbeiträgen zweier Oberstufenschülerinnen ab, während die Klassen 6b und 6c tanzten und eine Schülerin der Oberstufe Saxophon spielte. Hungrig wurde auf dem Schulhof niemand, denn es gab leckere Waffeln und Grillkäse, Tacos und Döner, Grillwürstchen neben dem saarländischen Schwenker, dazu Popcorn, Pommes und Kuchen, Pumpkin-Spice-Kaffee mit Ahornsirup und eine Cocktailbar, die ausschließlich alkoholfreie Drinks mixte. Dazu kamen zahlreiche Mitmachangebote, etwa Sinnesparcours, Henna-Tattoo, Kinderschminken, Limbo, Fußballdart, Bumerangwurf, Wurfbolas, Dosenwerfen, eine Goldgräber-Schatzsuche, Mandalazeichnen, ein Deutschlandquiz und der Gleichgewichtswettbewerb „Surfchampions“. An einigen Ständen ließ sich außerdem kaufen, was Schulklassen zuvor selbst hergestellt hatten, von Seife über bedruckte Taschen bis zu Kerzen und Tassen.

Vorbereitung mit vielen Händen
Hinter einem Fest dieser Größe steckt naturgemäß sehr viel Vorbereitung. Federführend hatte, wie Messemer betont, seine Konrektorin Klein die Organisation in der Hand, unterstützt von genau jener Arbeitsgruppe aus dem Kollegium, die schon die Idee zum Reise-Motto entwickelt hatte, sowie von Schulförderverein und Elternschaft. Drei Stände, für Pommes, Getränke und Grillgut, liefen an diesem Tag komplett unter der Flagge des Fördervereins, betrieben ausschließlich von Eltern. Ohne dieses große Engagement, sagte Messemer, ließe sich ein Fest dieser Größenordnung schlicht nicht stemmen.
Die Angebote an den einzelnen Ständen hatten die Schüler größtenteils eigenständig entwickelt und im Vorfeld erprobt. Bis auf wenige Ausnahmen wie zugekaufte Hotdogs war fast alles, vom Taco bis zum Cocktail, eine Eigenproduktion der Klassen. Die Lehrkräfte hätten dabei vor allem eine lenkende Rolle übernommen und Optimierungsvorschläge gemacht, berichtet Messemer, während Planung und Umsetzung bei den Jugendlichen selbst lagen. Genau darin sieht der Schulleiter den eigentlichen Lernwert eines solchen Projekts, denn Selbstständigkeit und Teamarbeit lassen sich im Klassenzimmer nur bedingt vermitteln. Ein Schulfest verlangt sie fast automatisch.

Der Förderverein als zweite Säule
Der Förderverein trägt, wie die Schule betont, weit über Festtage hinaus zum Schulleben bei, am Tag der offenen Tür etwa, beim Adventsbasar oder bei spontanen Aktionen wie Pizza- oder Eisverkäufen an heißen Sommertagen. Er übernimmt dabei, sagt Messemer, auch eine soziale Funktion. Werde die Finanzierung einer Klassenfahrt für einzelne Familien schwierig, springt der Förderverein ein, damit jedes Kind teilnehmen kann.
Woher der Name „Schule an den Linden“ stammt
Der Name, unter dem die Schule seit Mai 2025 auftritt, ist noch vergleichsweise jung. Über 113 Jahre firmierte die damalige Gemeinschaftsschule Kirkel ohne einen eigenen Namen, bis eine schulinterne Steuerungsgruppe nach einer historisch unbelasteten, regional verankerten Bezeichnung suchte und bei der Linde landete. Der Ortsname Limbach soll sich sprachhistorisch von einer Ansiedlung unter Linden an einem Bach herleiten. Messemer verbindet mit der Linde vor allem Gemeinschaft und Verbindung. Diese Eigenschaften ziehen sich nach seiner Beschreibung wie ein roter Faden durch den Schulalltag.

Die Frankreichstrategie im Klassenzimmer
Französisch ist hier erste Fremdsprache, Englisch die zweite. Mit diesem Profil setzt sich die Schule an den Linden bewusst von den meisten anderen Gemeinschaftsschulen im Saarpfalz-Kreis und im angrenzenden Landkreis Neunkirchen ab. Damit folgt sie der saarländischen Frankreichstrategie, mit der die Landesregierung seit 2014 das erklärte, langfristige Ziel verfolgt, Französisch neben Deutsch bis zum Jahr 2043 als gängige Verkehrssprache im Saarland zu etablieren. Für die Schule bedeutet das praktisch auch eine Partnerschaft mit der französischen Stadt Mauléon, die laut Messemer maßgeblich durch das Engagement von Konrektorin Stephanie Klein, der Französischlehrerin Christiane Zoch sowie von Bürgermeister Dominik Hochlenert entstanden ist.
Ein Ortsvorsteher mit einem Herz für die Schule
Die Schirmherrschaft über das Fest hatte in diesem Jahr Max Victor Limbacher übernommen, Ortsvorsteher von Limbach. Für ihn ist das erkennbar mehr als eine reine Formsache. Er erinnere sich gerne an einen Gedanken Hermann Hesses, wonach die wichtigste aller Kulturfragen die Schule sei, sagte Limbacher. Bildung sei für ihn ebenso Herzensbildung wie Wissensvermittlung, gerade weil soziale Medien Kinder seiner Beobachtung nach eher zu reinem Konsumverhalten als zu echtem Austausch verleiteten. Mensch zu sein, sagt er, heiße vor allem, Anderssein zu akzeptieren. Die Schule ist für ihn dabei ein „Kulturbringer“ für den ganzen Ort, an dem Kinder den Umgang mit Unterschiedlichkeit einübten, ein Umgang, der sich später in Vereinen, im Dorfleben und in den Familien selbst widerspiegle. Passend dazu, findet Limbacher, haben ausgerechnet die Blätter der Linde, nach der die Schule benannt ist, die Form eines Herzens.

Für die Zukunft der beiden Limbacher Schulen wünscht sich der Ortsvorsteher eine engere Verzahnung. Er stellt sich vor, dass Grundschule und Gemeinschaftsschule künftig eine gemeinsame, multifunktionale Aula nutzen und ihre Außenanlagen über eine verkehrsberuhigte Verbindung stärker zusammenwachsen. Aus seiner Sicht wäre das ein naheliegender nächster Schritt für die beiden Einrichtungen.
Bis zum Nachmittag blieb der Andrang überall gleichermaßen groß. Nach der Stimmung gefragt, sagte Messemer, man begegne sich hier viel mehr auf einer freundschaftlichen Ebene als in einem strengen Lehrer-Schüler- oder Lehrer-Eltern-Verhältnis. Und zwischen Chorgesang und den immer wieder aufsteigenden Seifenblasen war davon an diesem Nachmittag mächtig was zu spüren.
Alle Bilder des Schulfestes (Foto: Christiane Zoch):
































































