Foto: Paul Rebold

Für den achtjährigen Paul aus Eppelborn hat sich der Zugang zu seiner eigenen Terrasse grundlegend verändert. Seit Mitte Oktober bringt ein neuer Außen-Plattform-Treppenlift den Jungen bequem im Rollstuhl in den ersten Stock des Hauses – und damit endlich wieder hinaus in den Garten. Möglich wurde das durch einen Zuschuss des Blieskasteler Schutzengelvereins in Höhe von 12.900 Euro.

Paul lebt seit seiner Geburt mit einer Cerebralparese und weiteren gesundheitlichen Einschränkungen. Er ist dauerhaft auf den Rollstuhl angewiesen, lässt sich davon aber nicht ausbremsen. Der Junge gilt als aufgeweckt und neugierig, er erkundet seine Umgebung mit großer Freude und will am Alltag seiner Familie teilhaben. Genau dafür braucht es Hilfsmittel, die ihm Wege öffnen, die anderen Kindern selbstverständlich erscheinen.

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Mit zunehmender Größe und Gewicht wurde das tägliche Tragen für Pauls Eltern jedoch zur Belastung. Der sichere Weg in den ersten Stock, zur Terrasse und in den Garten kostete immer mehr Kraft. Gemeinsame Stunden im Freien, für viele Familien eine Selbstverständlichkeit, waren für Paul und seine Angehörigen nur noch mit erheblichem Aufwand zu haben – oder gar nicht mehr.

Seine Eltern setzen sich mit großer Hingabe dafür ein, ihn zu fördern und seine Selbstständigkeit zu stärken. Dabei investieren sie viel Zeit, Energie und eigenes Geld. Doch größere bauliche Maßnahmen lassen sich nicht immer allein stemmen. Die Ersparnisse der Familie waren bereits in andere barrierefreie Umbauten und wichtige Hilfsmittel geflossen, als der Herzenswunsch nach dem Treppenlift aufkam. Die restliche Finanzierung war aus eigener Kraft nicht mehr zu bewältigen.

In dieser Lage wandte sich die Familie an den gemeinnützigen Blieskasteler Schutzengelverein. Die Organisation hat nach eigenen Angaben inzwischen über 850 Familien im Saarland und in Teilen von Rheinland-Pfalz unterstützt, mit Hilfsprojekten in einem Gesamtvolumen von mehr als drei Millionen Euro. Allein in den vergangenen drei Jahren kamen 233 Familien und Maßnahmen von über einer Million Euro hinzu. Bis September 2026 flossen in diesem Jahr bereits 324.667 Euro an 64 Familien.

Die Entscheidung für Paul fiel schnell und unbürokratisch. Die noch fehlenden 12.900 Euro stellte der Verein nach eigener Darstellung „ohne wenn und aber“ zur Verfügung. Damit war die Anlage vollständig finanziert und konnte bei der St. Ingberter ATC Lift GmbH in Auftrag gegeben werden.

Am 13. Oktober 2026 wurde der Lift nach fachmännischer Installation in Betrieb genommen. Seitdem erreicht Paul im Rollstuhl sitzend mühelos den ersten Stock und gelangt mit seiner Familie auf die Terrasse und in den Garten. Das bedeutet nicht nur mehr Bewegungsfreiheit, sondern auch ein spürbar gestärktes Selbstwertgefühl. Der Junge nimmt nun viel selbstverständlicher am Familienleben teil.

Der Verein zeigte sich erleichtert, erneut in einer schwierigen Situation nachhaltig helfen zu können. Die Liftanlage erleichtere nicht nur den ohnehin anspruchsvollen Alltag, sondern steigere zugleich Lebensqualität und Zuversicht. Für künftige Notlagen stehen die Blieskasteler Schutzengel nach eigenem Bekunden jederzeit wieder bereit.

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