Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hat seine vorläufigen Zahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt – und zieht trotz eines schwierigen Marktumfelds eine stabile Bilanz. Nach Angaben des Konzerns aus Herzogenaurach behaupteten sich im dritten Quartal sämtliche Sparten, was Vorstandschef Klaus Rosenfeld zum Anlass nimmt, sowohl die Jahresprognose als auch die Mittelfristziele für 2028 zu bestätigen.
Der Umsatz lag in den ersten drei Quartalen bei 17,5 Milliarden Euro und damit leicht unter dem Vorjahreswert von 17,7 Milliarden Euro. Deutlicher fiel die Entwicklung bei der Profitabilität aus: Die EBIT-Marge vor Sondereffekten kletterte im Neunmonatszeitraum auf 4,5 Prozent, nach 4,2 Prozent im Vorjahr. Der Free Cash Flow rutschte über die ersten neun Monate zwar auf minus 40 Millionen Euro ab, erreichte im dritten Quartal allein aber ein kräftiges Plus von 260 Millionen Euro.
Im Mittelpunkt der Mitteilung stehen einmalige Sonderbelastungen in der Sparte E-Mobility. Rund 240 Millionen Euro – davon etwa 220 Millionen Euro allein im dritten Quartal – fallen als außerordentliche Abschreibungen und Rückstellungen an. Hintergrund sind anhaltend sinkende Stückzahlen bei Projekten europäischer Automobilhersteller, vor allem in China. Der Großteil der Abschreibungen betrifft Produktionsanlagen, die aufgrund rückläufiger Aufträge nicht mehr gebraucht werden.
Schaeffler bereinigt mit diesem Schritt nicht nur bilanzielle Risiken, sondern baut auch Überkapazitäten ab. Zudem trennt sich das Unternehmen von einzelnen Thermomanagementsystemen, während das Geschäft mit Komponenten und Modulen in diesem Feld unverändert weiterläuft. Der Konzern erwartet, dass sich die finanziellen Effekte dieser Maßnahmen in den kommenden Jahren positiv auf die Profitabilität der Elektromobilitätssparte auswirken. Operativ verbesserte sich deren EBIT-Marge vor Sondereffekten im dritten Quartal bereits auf minus 13,1 Prozent, nach minus 15,0 Prozent ein Jahr zuvor. Das Erreichen der Gewinnschwelle bleibt dabei das erklärte Ziel.
Für Zuversicht sorgt ein vergleichsweise junges Wachstumsfeld: die humanoide Robotik. Hier setzte sich der positive Trend der Vorquartale fort. Im dritten Quartal konnte Schaeffler zwei neue Kunden aus der Region Greater China gewinnen, der Auftragseingang stieg auf rund 400 Millionen Euro. Dieses Geschäft gilt im Konzern als strategisches Zukunftsfeld.
„Mit der Anpassung unserer Kapazitäten und der Bereinigung unseres Portfolios in der Sparte E-Mobilität reagieren wir konsequent auf die sich verändernden Marktbedingungen“, erklärte Vorstandsvorsitzender Klaus Rosenfeld. Man reduziere proaktiv bilanzielle Risiken und richte die Sparte zugleich fokussierter und wettbewerbsfähiger aus, um den operativen Break-even sicher zu erreichen. Mit Blick auf die soliden Neunmonatszahlen bekräftigte er sowohl die Prognose für 2026 als auch die Mittelfristziele für 2028.
Weitere Einzelheiten will das Unternehmen im Rahmen eines Analysten-Calls am 13. Oktober 2026 erläutern. Die vollständige Zwischenmitteilung mit den geprüften Zahlen soll am 3. November 2026 folgen.





















