Bei der Besichtigung der Ausstellung in der Orangerie (v. l.): Blieskastels Stadtarchivar Kurt Legrum, der Beigeordnete der Stadt Blieskastel Guido Freidinger, Landrat Dr. Theophil Gallo, Dr. Jutta Schwan und Martin Baus M.A. - Foto: Sandra Brettar
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Die Orangerie Blieskastel, selbst ein bemerkenswertes Relikt deutscher Baukunst aus dem 17. Jahrhundert, öffnet für einige Tage ihre Türen für die Ausstellung „100 Jahre bayerische Saarpfalz – Eine fotografische Zeitreise“.

Die Kunsthistorikerin Dr. Jutta Schwan (Saarpfalz-Kreis) und der Historiker Martin Baus (Siebenpfeiffer-Stiftung) konzipierten diese sehenswerte Bilderschau anlässlich des 200. Jubiläums des Saarpfalz-Kreises im vergangenen Jahr. Zu sehen sind dabei mehr als drei Dutzend großformatige Ansichten markanter Baulichkeiten. Seit über zwei Jahren tourt die Ausstellung durch die saarpfälzischen Kommunen, bis sie aktuell ihre vorerst letzte Station, die Orangerie Blieskastel, erreicht hat. Im Blickpunkt stehen architektonische Zeugnisse jener Ära zwischen 1816 und 1919, in der die heutige Saarpfalz Teil des Königreichs Bayern war. Dazu zählen beispielsweise die katholische Kirche St. Michael in der Homburger Altstadt oder die Brücken der Ludwigsbahn in Bexbach. Natürlich weist die Stadt Blieskastel ebenso charakteristische Bauwerke auf: das Gut Junkerwald bei Niederwürzbach, das repräsentative „Rentamt“ in exponierter Lage am Blieskasteler Kreisel, die monumentale „Maxsäule“ in der Tiergartenstraße, der Kirchheimer Hof bei Breitfurt, die Martin-Luther-Kirche in Webenheim, die protestantische Kirche in Blieskastel oder der jüdische Friedhof.

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„Ich sehe diese Ausstellung nicht zum ersten Mal, und dennoch fallen mir immer wieder neue Geschichten zu den Ansichten ein, die auch Fragen aufwerfen. Diese bemerkenswerten Bauwerke, die unsere Ortsbilder prägen, tragen den Geist ihrer Zeit und so manches Geheimnis in sich, das vermutlich nie gelüftet wird. Ich lade die Bürgerinnen und Bürger des Saarpfalz-Kreises herzlich dazu ein, sich auf diese spannende Zeitreise zu begeben. Es lohnt sich. Deshalb werden wir die Beschreibungen zu den einzelnen Motiven übersetzen lassen und die Ausstellung auch unseren Partnerkreisen in Polen, in der Ukraine und in Frankreich anbieten, um sie für die Schönheit und die Geschichte unserer Region zu begeistern“, sagte Landrat Dr. Theophil Gallo bei der Besichtigung vor Ort.

Wer tiefer in die Genese der Bauwerke einsteigen möchte, dem sei der Bildband „Bayern an der Blies: 100 Jahre bayerische Saarpfalz (1816 – 1919)“ ans Herz gelegt. Der von Dr. Jutta Schwan, Martin Baus M. A., und Dr. Bernhard Becker, Fachbereichsleiter Kultur und Heimatpflege, im Auftrag des Saarpfalz-Kreises herausgegebene Buch beschäftigt sich u. a. mit der der politischen Geschichte, der regionalen Freiheitsbewegung, der wirtschaftlichen Entwicklung und der Rechtshistorie. Bestandteil des 336 Seiten umfassenden wissenschaftlichen Werkes sind aber auch oben genannte Fotos mit weiterführenden Erläuterungen. „Bayern an der Blies: 100 Jahre bayerische Saarpfalz (1816 – 1919) ist unter der ISBN 978-3956021855 im Conte-Verlag erschienen.

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Die Bilderschau ist bis zum 29. September während der Öffnungszeiten der Orangerie von Dienstag bis Sonntag von 15 bis 18 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

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