Foto: MUKMAV/Kathrin Hinsberger

Nachhaltigkeit ist im saarländischen Sport längst keine theoretische Debatte mehr, sondern gelebte Praxis in zahlreichen Vereinen. Diese Botschaft stand im Mittelpunkt der 6. Saarländischen Nachhaltigkeitskonferenz, die Umweltministerin Petra Berg am 19. Oktober gemeinsam mit Sportminister Reinhold Jost und dem LSVS-Vorstand Florian Hartmann auf dem Sportcampus Saar eröffnete. Mehr als 100 Teilnehmende verfolgten unter dem Motto „Heimspiel Zukunft – Nachhaltigkeit gewinnt“, wie sich ökologische, soziale und wirtschaftliche Verantwortung konkret im Breiten- und Spitzensport umsetzen lässt.

Den Höhepunkt des Tages markierte die Unterzeichnung eines Letter of Intent. Darin besiegelten das Umwelt- und das Innenministerium, der Landessportverband für das Saarland (LSVS), der 1. FC Saarbrücken und der SV 07 Elversberg ihre Zusammenarbeit. Ziel ist es, nachhaltige Strukturen im saarländischen Vereinssport dauerhaft zu verankern.

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Warum das Thema gerade für Vereine so drängend ist, machte Berg deutlich. „Nachhaltigkeit wird in den saarländischen Vereinen bereits gelebt, denn sie bedeutet Zukunftsfähigkeit“, sagte die Ministerin. Knappe Ressourcen und steigende Preise zwängen zu mehr Effizienz, sinkende personelle Kapazitäten ließen sich durch gezielte Inklusion ausgleichen, und die Begrünung von Vereinsgeländen entscheide darüber, ob diese bei klimatischen Veränderungen überhaupt nutzbar blieben. „Daher bin ich sehr stolz, dass wir mit starken Partnern nun eine Plattform schaffen können, um Engagement und Wissen zu bündeln.“

Sportminister Jost erweiterte den Begriff über den reinen Umweltschutz hinaus. Energie und Wasser sparsam einzusetzen, Abfälle zu vermeiden und Veranstaltungen verantwortungsvoll zu organisieren gehöre ebenso dazu wie soziale Teilhabe, Integration und die Gewinnung junger Menschen für das Ehrenamt. „Unsere saarländischen Sportvereine leisten in all diesen Bereichen bereits heute Außerordentliches“, betonte er. Sie brächten Menschen zusammen, förderten Gesundheit und schüfen Heimat. Sein Fazit fiel knapp aus: „Wenn es unseren Vereinen gut geht, stärkt das auch unsere Gesellschaft.“

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Für den LSVS liegt die eigentliche Arbeit in der praktischen Begleitung. „Nachhaltigkeit gelingt im Sport vor allem dann, wenn wir die Vereine und Verbände bei der konkreten Umsetzung unterstützen“, erklärte Hartmann. Der Verband wolle beraten, Wissen vermitteln und gute Beispiele sichtbar machen. Den unterzeichneten Letter of Intent versteht er dabei nicht nur als Bekenntnis, sondern als Verpflichtung: „Es formuliert einen Anspruch an uns selbst, an dem wir uns in den kommenden Jahren auch messen lassen müssen.“

Weil viele Saarländerinnen und Saarländer Mitglied in einem Verein sind, erreicht der Sport als Handlungsfeld besonders viele Menschen. Der Letter of Intent erklärt Nachhaltigkeit nun zur Handlungsmaxime der Vereinsentwicklung. Als zentrales Werkzeug für Wissenstransfer und Vernetzung soll eine Internetplattform entstehen, auf der Informationen, Beratungsangebote und Erfahrungsberichte gebündelt werden.

Die Konferenzreihe hat im Saarland Tradition. Seit 2016 richtet das zuständige Ministerium regelmäßig Nachhaltigkeitskonferenzen zu wechselnden Themen aus. Bereits 2023 stand der Sport im Fokus. Die daraus entstandenen „Nachhaltigkeits-Checks für Vereine“ zeigten damals nicht nur das vorhandene Potenzial, sondern auch, wie unterschiedlich die Ausgangslagen der einzelnen Vereine ausfallen.

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