Seit Montag landen an rund 274 saarländischen Bildungseinrichtungen wieder Äpfel, Möhren und Co. auf den Tellern der Jüngsten. Etwa 35.000 Kinder und Jugendliche erhalten dann mehrmals pro Woche kostenlos frisches Obst und Gemüse – möglichst saisonal und aus der Region. Möglich macht das ein Programm der Europäischen Union, das im Saarland bereits seit 2009 läuft.
Hinter der Aktion steht ein klares Ziel: Kinder frühzeitig für eine gesunde Ernährung zu gewinnen. „Gesunde und nachhaltige Ernährung muss bereits bei den Jüngsten ansetzen“, betont Umweltministerin Petra Berg. Wer schon in jungen Jahren ein Gespür für ausgewogene Kost entwickle, profitiere nicht nur gesundheitlich, sondern lerne auch einen bewussteren Umgang mit ökologischen Ressourcen. Über die steigende Zahl der Anmeldungen zeigt sich die Ministerin erfreut – für sie ein Beleg dafür, dass das Bewusstsein für frische Lebensmittel in den Einrichtungen wächst.
Ein besonderer Baustein des Programms ist die Zusammenarbeit mit dem Sozialministerium. Denn regulär reichen die EU-Mittel längst nicht mehr für alle Interessierten aus. Weil sich immer mehr Schulen anmelden, die im Fokus des Programms stehen, blieb für Kitas im normalen Budget erneut kein Platz. Über die Kooperation können nun dennoch 19 Kitas in den drei Perspektivquartieren Saarbrücken-Burbach, Neunkirchen und Völklingen teilnehmen. Rund 1.650 Kita-Kinder werden auf diesem Weg versorgt.
„Gute und gesunde Lebensmittel sollten für jedes Kind selbstverständlich sein – unabhängig davon, in welchem Umfeld es aufwächst“, sagt Sozial- und Gesundheitsminister Magnus Jung. Für ihn geht es dabei um mehr als nur um Ernährung: Der frühe Zugang zu frischem Obst und Gemüse lege den Grundstein für gesunde Essgewohnheiten, stärke die Gesundheit der Kinder und entlaste zugleich ihre Familien. Das Sozialministerium stellt für diesen Zweck 50.000 Euro bereit.
Mit dem Obst allein ist es allerdings nicht getan. Die teilnehmenden Einrichtungen sind angehalten, das Ganze pädagogisch zu begleiten. Die Kinder sollen lernen, wie man mit Lebensmitteln umgeht und wie sich unnötige Abfälle vermeiden lassen. So wird aus der Lieferung mehr als eine reine Zwischenmahlzeit.
Insgesamt fließen im Schuljahr 2026/2027 rund 850.000 Euro in das Programm. Ein Drittel stammt aus EU-Mitteln, zwei Drittel steuert das Land bei. Für die Belieferung sorgen zwei Betriebe: Die Firma Josef Ochs aus St. Ingbert versorgt die Landkreise Saarlouis, Merzig-Wadern, St. Wendel und den Saarpfalz-Kreis. Einrichtungen im Regionalverband Saarbrücken und im Landkreis Neunkirchen erhalten ihre Ware von der Firma Adam Theis aus Hochstadt in der Pfalz.

















