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Rund 19.000 Hektar – so groß ist die Fläche im Saarland, auf der nach einer neuen Analyse künftig Solarparks mit überschaubarem Konfliktpotenzial entstehen könnten. Das saarländische Wirtschafts- und Energieministerium hat dafür erstmals das gesamte Land systematisch durchleuchtet und die Ergebnisse in einer landesweiten Potenzialstudie zusammengefasst. Sie soll die oft hitzige Debatte darüber, wo Photovoltaik auf freien Flächen überhaupt sinnvoll ist, auf eine sachliche Grundlage stellen.

Für Wirtschafts- und Energieminister Jürgen Barke geht es dabei um Planbarkeit. „Wir wollen Solarenergie dort ausbauen, wo sie sinnvoll ist und möglichst wenige Konflikte mit anderen Nutzungen entstehen“, erklärte er. „Dafür müssen wir wissen, welche Flächen überhaupt infrage kommen.“ Die Analyse schaffe frühzeitig Klarheit für Kommunen, Projektierer und Bürger und erlaube es, den Ausbau gezielt auf geeignete Standorte zu lenken.

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Der Hintergrund ist der absehbar steigende Strombedarf. Bereits im September hatte das Ministerium sein „Zielbild für die Energiewende im Saarland“ vorgelegt. Darin wird deutlich, dass der Strombedarf mit dem Rückzug fossiler Energieträger kräftig zunimmt – bis zum Jahr 2045 wird gegenüber 2023 ein Plus von rund 160 Prozent erwartet. Freiflächen-Photovoltaik könnte zu diesem Zeitpunkt mit etwa 4,5 Terawattstunden einen beträchtlichen Anteil zur Stromproduktion beisteuern.

Die Studie bewertet das Saarland nach einheitlichen Kriterien und berücksichtigt dabei Landwirtschaft, Natur- und Wasserschutz, Siedlungen sowie bestehende Infrastruktur. Flächen, die komplett ausgeschlossen sind, werden ebenso ausgewiesen wie sogenannte Gunstflächen – etwa Streifen entlang von Autobahnen und Bahntrassen oder benachteiligte Gebiete nach EU-Landwirtschaftsrecht. Insgesamt verteilen sich rund 45.800 Hektar auf fünf Konfliktrisikoklassen, die von sehr gering bis sehr hoch reichen. Die Empfehlung lautet, den Ausbau vor allem auf die konfliktarmen Standorte zu konzentrieren.

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Ein eigenes Kapitel gilt den stillgelegten Bergbauflächen der RAG. Von zwölf untersuchten Arealen mit zusammen 318 Hektar wurden rund 200 Hektar als grundsätzlich geeignet eingestuft – mit einem Konfliktrisiko, das deutlich unter dem Durchschnitt liegt. Barke sieht darin ein Sinnbild für den Wandel der Region: „Flächen, die jahrzehntelang für unsere industrielle Vergangenheit standen, können heute einen Beitrag zur Energieversorgung der Zukunft leisten.“

Eine Garantie für neue Solarparks ist die Studie allerdings nicht. Sie ersetzt weder eine konkrete Projektprüfung noch ein Genehmigungsverfahren. „Eine Fläche auf der Karte ist noch kein Solarpark“, stellte Barke klar. Doch man könne nun deutlich früher erkennen, wo sich eine genauere Prüfung lohne und wo erhebliche Hürden bestehen. Die Ergebnisse sollen außerdem helfen, den künftigen Netzbedarf abzuschätzen und sinnvolle Standorte für Batteriespeicher zu identifizieren. Die vollständige Studie ist online unter www.saarland.de/solarflaechen abrufbar.

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