Herrenlose Katzen, die auf der Straße hungern, erkranken oder sich unkontrolliert vermehren: Dieses Problem will die saarländische Landesregierung mit einer überarbeiteten Katzenschutzverordnung angehen. Die Grünen im Saarland sehen darin die Erfüllung einer Forderung, die sie seit Jahren vertreten, und sprechen von einem überfälligen Schritt.
Kern der geplanten Neufassung ist eine landesweite Pflicht zur Kastration von Freigängerkatzen. Hinzu kommen Vorgaben zur Kennzeichnung und Registrierung der Tiere. Damit soll sich die wilde Vermehrung eindämmen lassen, die nach Einschätzung der Partei für viel vermeidbares Leid sorgt.
Volker Morbe, Landesvorsitzender der Grünen und Spitzenkandidat auf der Landesliste für die Landtagswahl, macht die Verantwortung der Halterinnen und Halter zum zentralen Punkt. „Zu viele Katzen werden geboren, ohne dass sie ein sicheres Zuhause haben. Viele leiden auf der Straße unter Hunger, Krankheiten und Verletzungen. Wer Katzen hält, trägt auch Verantwortung für deren Nachkommen“, erklärt er.
Als Beleg für die Wirksamkeit konsequenter Maßnahmen verweist Morbe auf ein Pilotprojekt in Blieskastel. Dort wurden zwischen 2022 und 2025 in drei Gebieten insgesamt 110 Katzen kastriert. Dass nun einheitliche Regeln für das gesamte Saarland kommen sollen, nennt er längst überfällig.
Neben dem Grundsatzlob richtet die Partei den Blick auf die praktische Umsetzung. Lisa Becker, Kreisvorsitzende im Saarpfalz-Kreis und Spitzenkandidatin im Wahlkreis Neunkirchen, betont, die Verordnung müsse im Alltag greifen und die Tierheime spürbar entlasten. Viel von der Arbeit ruhe bislang auf den Schultern von Tierschutzvereinen und Ehrenamtlichen, die freilebende Katzen einfangen, Kastrationen organisieren und kranke Tiere wie auch Jungtiere versorgen.
Damit dieses Engagement nicht ins Leere läuft, fordert Becker klare Zuständigkeiten, eine konsequente Durchsetzung und eine verlässliche finanzielle Unterstützung der Vereine. „Tierschutz ist für uns Grüne ein wichtiger Bestandteil verantwortungsvoller Politik“, sagt sie und kündigt an, das Thema auch im Landtagswahlkampf 2027 zu einem Schwerpunkt zu machen.




















