„Wir können den Preisverfall für die Milch nur aufhalten, wenn wir wirksam die Mengen reduzieren – und zwar europaweit. Wir müssen den Landwirten klar machen, dass, wenn sie sich nicht selbst darauf verständigen, Mengen zurückzuführen, sanktionsgebundene Maßnahmen folgen werden. Darauf haben wir uns auch auf der Agrarministerkonferenz verständigt“, so der saarländische Landwirtschaftsminister Reinhold Jost. Anlässlich des internationalen Tages der Milch forderte der Minister erneut den Bund auf, sich in Brüssel für eine europaweite Mengenreduzierung einzusetzen.
„In diesem Zusammenhang müssen wir auch die Frage nach der Wertigkeit von Lebensmitteln öffentlich intensiv diskutieren und den Druck auf die Lebensmittelkonzerne, die die Produzenten am ausgestreckten Arm verhungern lassen, erhöhen“, so Jost. „Die Wertigkeit der Lebensmittel muss sich auch im Preis niederschlagen. Wir wissen, dass die Verbraucher bereit sind, für die Milch mehr zu bezahlen.“
Die von einigen Politikern ins Spiel gebrachte Forderung, noch mehr Geld in die Förderung der Umstellung auf Öko-Landbau zu stecken, weil Bio-Milch höhere Preise erzielt, hält der Minister für unsinnig: „Unsere Landwirte entscheiden sich aus Überzeugung für die ökologische Form der Bewirtschaftung. Wer Öko-Landbau nur betreiben möchte, weil er derzeit lukrativer erscheint als konventioneller Anbau, der sollte die Finger davon lassen – zumal hier ein schneller Wechsel unrealistisch ist. Vom Förder-Antrag bis zur Anerkennung gehen immerhin zwei Jahre ins Land. Im Übrigen liegen wir im Saarland mit unserem Prozentanteil der ökologisch bewirtschafteten Flächen von rund 16 Prozent bundesweit an der Spitze.“







