Ein Grund, in die Stadt zu kommen – und dann auch zu bleiben: Darauf setzt das saarländische Wirtschaftsministerium, um die Innenstädte und Ortskerne des Landes zu stärken. Denn der stationäre Handel kämpft weiter mit Gegenwind. Konsumzurückhaltung, der boomende Onlinehandel und veränderte Einkaufsgewohnheiten machen den Geschäften vor Ort zu schaffen.
Doch an vielen Stellen im Saarland zeigt sich gerade, dass Handel und Kommunen gemeinsam gegensteuern. Mehrere verkaufsoffene Sonntage stehen im Oktober an, dazu kommen neue Veranstaltungs- und Einkaufsformate. Rund 2,6 Millionen Euro hat das Land seit 2023 in Projekte zur Stärkung des Handels investiert.
„Innenstädte und Ortskerne müssen heute mehr bieten als die Möglichkeit zum Einkaufen“, bringt es Wirtschaftsminister Jürgen Barke auf den Punkt. „Menschen müssen einen Grund haben, hinzukommen und zu bleiben.“ Genau dort setze die Förderung des Landes an: Kommunen sollen ermutigt werden, neue Ideen zu erproben und ihre Zentren zusammen mit dem Handel weiterzudenken.
Wie das aussehen kann, führt derzeit Völklingen vor. Am 30. Oktober startet dort erstmals das Format „Spuk, Spaß und Shopping“. Die Geschäfte öffnen bis 22 Uhr, dazu gibt es Mitmachaktionen und Unterhaltung in der Innenstadt. Das Ganze gehört zum Projekt „Lebendige Innenstadt – Kreative Formate für eine starke City“, das über das „Zukunftskonzept für den Handel im Saarland 2030“ gefördert wird.
Über dieses Konzept bringt das Land immer wieder neue Vorhaben auf den Weg. 18 Projekte wurden bereits mit 2,25 Millionen Euro angestoßen, vier weitere stehen laut Barke in den Startlöchern. „Wir sehen im ganzen Saarland, wie viel Kreativität und Engagement vor Ort vorhanden sind“, sagt der Minister. Die Aufgabe des Landes sei es, gute Ideen zu ermöglichen und den Beteiligten die passenden Werkzeuge an die Hand zu geben.
Neben den Kommunen nimmt das Ministerium auch die Händler selbst in den Blick. Die bezuschusste Servicestelle Handel bei der IHK Saarland ist seit vier Jahren Anlaufstelle und Netzwerkpartner für den inhabergeführten Einzelhandel und wurde in dieser Zeit mit rund 280.000 Euro gefördert. Hinzu kommt der „Digitalcoach für den Handel im Saarland“, der seit Juli 2025 Betriebe dabei berät, digitale Strategien zu entwickeln – von der Sichtbarkeit im Netz bis zur Modernisierung der Geschäftsprozesse. Rund 45.000 Euro flossen dafür bislang.
„Die Zukunft des Handels entscheidet sich vor Ort und digital“, betont Barke. „Deshalb setzen wir auf beides: attraktive Zentren, in denen Menschen gerne Zeit verbringen, und Unternehmen, die auch digital gut aufgestellt sind.“




















