„Wenn letztlich nur noch 300 Bewerberinnen und Bewerber zur schriftlichen Prüfung im Auswahlverfahren zur Besetzung von 150 Stellen eingeladen werden können, ist das ein Problem.“

„Ja, der Polizeiberuf im Saarland ist gerade wegen der zweigeteilten Laufbahn und dem Einstieg nach dem Studium im gehobenen Dienst weiter attraktiv. Aufgeregte Reflexe auf Gewerkschaftsforderungen lösen aber keine tatsächlich vorhandenen Probleme bei der Bewerbersituation der saarländischen Polizei.“, sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD Landtagsfraktion, Stefan Pauluhn.

„Das saarländische Innenministerium hat erst in den letzten beiden Jahren beginnend – viel zu spät – mit wahrnehmbarer Werbung um Berufseinsteigerinnen und -einsteiger begonnen. Hier hinkt das Land noch weit hinter anderen Bundesländern und dem Bund hinterher.“

Auch für die aktiven Polizistinnen und Polizisten fordert Pauluhn Verbesserungen: „Wir brauchen gerade für die neu in der Polizei ankommenden Kräfte auch die Erfahrung Älterer. Der Wissenstransfer ist nicht mehr ausreichend gewährleistet. Darum muss beispielsweise auch bei Lebensarbeitszeitverlängerungen dringend nachgesteuert werden. Diese sind kaum mehr attraktiv seit sie nur noch jeweils für sechs Monate, statt mindestens für ein Jahr, genehmigt werden.“

„Und ein erster Schritt zur angekündigten – aber nie umgesetzten – „Regelbeförderung der Jungen“ wäre eine Verstetigung des durch die Koalitionsfraktionen angehobenen Beförderungsbudgets. Darüber muss nun mit dem Finanzminister, aber gerade auch mit den Gewerkschaften geredet werden. Die einfache wie richtige Feststellung: „Der Polizeiberuf im Saarland ist weiter attraktiv“, reicht nicht.“, sagt Pauluhn.

Nach dem Sporttest, der ersten Etappe, sind von 900 nur noch 300 Bewerberinnen und Bewerber im Auswahlverfahren für die Anwärterausbildung. Diese haben im nächsten Schritt den schriftlichen Test absolviert. Die Landesregierung hat für den im Herbst beginnenden Jahrgang 150 Stellen für Kommissaranwärterinnen und -anwärter ausgeschrieben. Folglich sind nach aktuellem Stand nur noch doppelt so viele Bewerberinnen und Bewerber wie vorgesehene Stellen im Verfahren.

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