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Am Sonntag (11.12.2016) fand die fünfte und letzte Europa-Matinée „Das Saarland und die Frankreichstrategie“ im Saarbrücker Schloss statt. Eingeladen hatte die Europabevollmächtigte Helma Kuhn-Theis gemeinsam mit Europaminister Stephan Toscani. Im Mittelpunkt standen die Reden von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und von dem Präsidenten der Region Grand-Est, Philippe Richert. Gemeinsam diskutierten sie über Inhalte und Chancen der Frankreichstrategie für Politik und Wirtschaft und Kultur.

Minister Stephan Toscani dankte der Europabevollmächtigten des Saar-landes, Helma Kuhn-Theis, für ihre Initiative zu der Veranstaltungsreihe Europa-Matinée „Das Saarland und die Frankreichstrategie“, die seit 2015 in Mettlach, Saarbrücken, Saarlouis-Fraulautern und Homburg stattfand. „Unsere Frankreichstrategie ist nicht nur ein Projekt der Landesregierung, sondern wird von der gesamten Bevölkerung getragen. Dazu hat auch die Veranstaltungsreihe beigetragen“, erklärte er.
Minister Stephan Toscani weiter: „Das Saarland ist sich seiner besonderen Lage im Herzen der Großregion und der Verantwortung für die europäische Integration bewusst. Die Landesregierung hat daher eine Frankreichstrategie beschlossen, die durch gemeinsame Projekte in Bildung, Kultur, Politik und Wirtschaft das Zusammenwachsen unterstützt.“
Eindringlich warnte Minister Stephan Toscani in diesem Zusammenhang vor den Gefahren, die den Grenzregionen durch rückwärtsgewandte und nationalistische Strömungen drohen. Gerade die Grenzregionen müssten als ein funktionierendes „Europa im Kleinen“ ihre Erfahrungen in den europäischen Einigungsprozess einbringen und Einschränkungen ihrer Kooperationsmöglichkeiten entgegentreten. „Wir arbeiten daran, dass die Menschen die Einigung Europas wieder als politische, wirtschaftliche und kulturelle Erfolgsgeschichte ansehen.“
Minister Stephan Toscani ging wie anschließend auch Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer auf die Chancen durch die Gründung der Region Grand Est auf französischer Seite ein: „Wir freuen uns sehr, dass wir für diese Veranstaltung Philippe Richert als Redner gewinnen konnten. Er ist ein ausgewiesener Kenner Deutschlands und des Saarlandes. Er wird uns heute den französischen Blick auf unsere Frankreichstrategie vorstellen.“
Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer machte in ihrer Rede deutlich, dass nicht nur das Erlernen der Sprache des Nachbarn eine entscheidende Grundlage für das weitere Zusammenwachsen Europas ist, sondern grundsätzlich die Mehrsprachigkeit. „Das frühe Französischlernen schafft auch die Freiräume, damit das Englische als lingua franca und weitere europäische Fremdsprachen insbesondere während der Schulzeit noch intensiver und besser gelernt werden können. Durch die Frankreichstrategie gewinnen Französisch, Englisch und alle anderen europäischen Fremdsprachen. Ein in Vielfalt geeintes Europa bedeutet nämlich auch, vielfältige Sprachkenntnisse zu ermöglichen, die die Basis sind für Kommunikation, gegenseitiges Verständnis und Austausch. Die künftigen Generationen des Landes wachsen damit in einem internationaleren Umfeld auf und profitieren von den Vorteilen der Mehrsprachigkeit im persönlichen und beruflichen Bereich.“
Sie bezeichnete Grand Est und die gesamte deutsch-französische Grenz-region eine echte europäische Kernregion, „le noyeau dur de l’Europe“. Sie forderte dazu auf, auch auf deutscher Seite daraus Konsequenzen zu ziehe und erklärte: „Es ist wichtig, dass wir uns im Sinne der Kooperation für die Mehrsprachigkeit Vorbild für weitere Grenzregionen in Europa sind. Deshalb habe ich meine Kollegen aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg im Januar zu einer ersten Frankreich-Konferenz eingeladen. Alle drei Bundesländer besitzen eine Grenze zur neuen Region Grand Est, die ein wichtiger Partner bei der Umsetzung der Mehrsprachigkeit in unserer europäischen Kernregion ist.“
Hintergrund:
Die Europa-Matinée fand bereits zum fünften Mal statt und verfolgt das Ziel, zusammen mit Gesprächspartnern aus Politik, Kultur und Wirtschaft die verschiedenen Aspekte der Frankreichstrategie zu beleuchten.

 

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