Auf dem Saarbrücker Winterberg war 2025 ein besonders intensives Jahr: Im Klinikum Saarbrücken kamen so viele Kinder zur Welt wie noch nie. Während bundesweit die Geburtenzahlen zurückgingen, verzeichnete das Perinatalzentrum Level 1 einen neuen Rekord – und bestätigt damit einen Trend, der sich seit einigen Jahren abzeichnet.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1.592 Geburten im Klinikum Saarbrücken begleitet, zur Welt kamen dabei 1.629 Neugeborene. Darunter waren 811 Jungen und 818 Mädchen. Seit 2020 ist die Zahl der Geburten auf dem Winterberg damit um mehr als 50 Prozent gestiegen. Dieser deutliche Zuwachs steht im Kontrast zur bundesweiten Entwicklung: Laut einer Geburtenliste für medizinische Fachkreise der Danone-Deutschland GmbH ist die Zahl der Geburten in Deutschland 2025 um nahezu 3 Prozent gesunken. Auch im Saarland ist der Trend rückläufig – das Klinikum Saarbrücken gehört zu den wenigen Geburtskliniken im Land, die dennoch ein Plus verzeichnen.
Die Klinikleitung führt diese Entwicklung vor allem auf das Vertrauen werdender Eltern in das Perinatalzentrum Level 1 zurück. Dort arbeiten Kreißsaal, Mutter-Kind-Station, Kinderintensivmedizin und Anästhesie eng zusammen. Unter der Leitung von PD Dr. Ralph Sascha Baum, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, und Dr. Marie-Claire Detemple, Chefärztin des Zentrums für operative und konservative Kinder- und Jugendmedizin, wurde die geburtshilfliche und neonatologische Expertise in den vergangenen Jahren weiter ausgebaut. Die enge räumliche und organisatorische Verzahnung der Fachdisziplinen soll eine besonders sichere und umfassende Versorgung von Mutter und Kind ermöglichen.
Die Zahlen für 2025 unterstreichen die Bedeutung des Hauses für Risiko- und Frühgeborene. Der Großteil der Kinder wurde regulär zwischen der 37. und 41. Schwangerschaftswoche geboren. Gleichzeitig kamen 49 Neugeborene mit einem Geburtsgewicht von unter 1.500 Gramm zur Welt. Damit übernimmt das Klinikum eine zentrale Rolle bei der Versorgung von Früh- und Risikogeburten im Saarland. Die für ein Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe (Level 1) vorgeschriebene jährliche Mindestzahl von 25 Neugeborenen mit einem Gewicht unter 1.250 Gramm wurde deutlich überschritten.
Ein weiterer Baustein des Konzepts ist das „Babyfreundlich“-Zertifikat, das das Klinikum seit 2021 trägt. Es wird nach den Vorgaben von WHO und UNICEF vergeben und bescheinigt, dass das Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe strenge internationale Standards erfüllt. Das Team legt besonderen Wert auf die frühe Bindung zwischen Eltern und Neugeborenen und verbindet medizinische Versorgung mit einer aufmerksamen, familienorientierten Betreuung.
Große Bedeutung misst das Klinikum auch der Verständigung mit den Familien bei. Unter dem Leitgedanken „Sprache schafft Nähe. Vertrauen verbindet. Wir begleiten dich.“ stellt das Team um Dr. Marie-Claire Detemple Erklärvideos in sieben verschiedenen Sprachen bereit. Sie sind auf der Webseite des Perinatalzentrums Level 1 abrufbar. Damit sollen möglichst viele werdende Eltern über die Vorteile eines Perinatalzentrums der höchsten Versorgungsstufe informiert werden. Die Mehrsprachigkeit spiegelt zugleich die internationale Zusammensetzung der Mitarbeitenden wider und macht deutlich, dass Gespräche in der jeweiligen Muttersprache für viele Familien möglich sind.
Mit einer hochspezialisierten Versorgung, moderner geburtshilflicher Expertise und einer konsequent auf Bindung und Sicherheit ausgerichteten Betreuung hat sich der Winterberg als Anlaufstelle für werdende Eltern etabliert. Die steigenden Geburtenzahlen im Jahr 2025 zeigen, dass immer mehr Familien diesem Konzept ihr Vertrauen schenken – entgegen dem allgemeinen Trend in Deutschland und im Saarland.



















