Symbolbild
Anzeige

Für die Bewohnerinnen und Bewohner des Altenheims am Schloss sowie die Kundschaft der Mobilen Pflege ändert sich zunächst nichts: Die Versorgung läuft ohne Einschränkung weiter. Dennoch stellt die Saarbrücker Pflege gGmbH gerade entscheidende Weichen für ihre Zukunft. Das Unternehmen bereitet einen Antrag auf ein sogenanntes Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung vor.

Hinter dem sperrigen Begriff steckt ein klares Ziel. Die Geschäftsführung führt bereits Gespräche mit möglichen Übernehmern für das Altenheim und den ambulanten Pflegedienst. Diese Verhandlungen sollen nun geordnet zum Abschluss gebracht werden. Das Verfahren schafft dafür den nötigen finanziellen und zeitlichen Spielraum, ohne dass der laufende Betrieb darunter leidet.

Anzeige

Für die 114 Beschäftigten bedeutet das: Ihre Arbeitsverhältnisse bestehen fort, die Gehälter werden über das Insolvenzausfallgeld abgesichert. „Unsere oberste Priorität ist es, die Versorgung unserer Bewohnerinnen und Bewohner sowie unserer Kundinnen und Kunden zuverlässig fortzuführen und verlässliche Perspektiven für unsere Beschäftigten zu schaffen“, betont Geschäftsführer Matthias Mudra. Das Schutzschirmverfahren liefere dafür den geordneten Rahmen.

Der Weg dorthin begann bereits im Frühjahr. Damals setzte sich die Erkenntnis durch, dass die gGmbH die beiden Einrichtungen unter den gegebenen Bedingungen nicht dauerhaft stabil weiterführen kann. Steigende Kosten, der anhaltende Fachkräftemangel und ein verändertes Nachfrageverhalten machen einen wirtschaftlich tragfähigen Betrieb zunehmend schwierig. Statt abzuwarten, leitete die Geschäftsführung eine strukturierte Suche nach einem neuen Betreiber ein.

Ein größerer Verbund könnte gerade bei Personalplanung, Verwaltung und Einkauf organisatorische wie wirtschaftliche Vorteile bringen. „Die Gespräche über eine langfristige Lösung sowohl für die mobile Pflege als auch das Altenheim kommen gut voran“, sagt Mudra. „Für ihren geordneten Abschluss benötigen wir jedoch mehr Zeit.“ Genau diese Zeit soll das Verfahren verschaffen. Mitarbeitende, Angehörige, Aufsichtsbehörden und Kostenträger seien über die Situation transparent informiert worden.

Klar ist zudem, dass der Schritt eng begrenzt bleibt. Betroffen ist ausschließlich die Saarbrücker Pflege gGmbH. Das Klinikum Saarbrücken, die Klinikservice Saarbrücken, das Medizinische Versorgungszentrum und die Blutspendezentrale Saar-Pfalz arbeiten unabhängig und uneingeschränkt weiter.

Anzeige

Die Saarbrücker Pflege gGmbH ist ein Tochterunternehmen des Klinikums Saarbrücken. Das Altenheim am Schloss mitten in der Innenstadt gehört seit 1996 zum Verbund. Dort betreuen 87 Beschäftigte derzeit 97 Bewohnerinnen und Bewohner und bieten Kurzzeit-, Verhinderungs- sowie vollstationäre Pflege an. Der ambulante Dienst „Mobile Pflege“ kam 1997 hinzu. Seine 27 Mitarbeitenden versorgen im Stadtgebiet Menschen im häuslichen Umfeld – stundenweise, mehrmals wöchentlich oder mehrmals täglich.

💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar
Anzeige
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein