Foto: Staatskanzlei/Wieck
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Um 7 Uhr begann für Anke Rehlinger ein ungewöhnlicher Arbeitstag. Statt im Regierungsbüro fand sich die saarländische Ministerpräsidentin am Donnerstag, 29. Oktober, am Stützpunkt der DB InfraGO in Dillingen wieder – im Betriebspraktikum bei der Deutschen Bahn. Zwischen Weicheninspektion, Stellwerkstechnik und Fahrsimulator wollte sie erleben, was hinter einem funktionierenden Schienennetz tatsächlich steckt.

Den Auftakt bildete die gemeinsame Einsatzplanung mit den Beschäftigten vor Ort, gefolgt von der Weicheninspektion im Dillinger Bahnhof. Anschließend ging es mit dem RE 71 weiter nach Saarbrücken. Im Zug nutzte Rehlinger die Fahrt, um mit den Mitarbeitenden über das Pilotprojekt der Doppelbesetzung von Kundenbetreuenden zu sprechen. Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter im Februar 2026 hatte sich das Saarland für schnell greifende Schutzmaßnahmen im Nahverkehr eingesetzt.

In Saarbrücken bekam die Regierungschefin dann einen breiten Querschnitt des Bahnbetriebs zu sehen. Im Stellwerk und am Rangierbahnhof lernte sie den Alltag von Fahrdienstleitern und Weichenwärtern kennen, im Relaisraum erhielt sie Einblicke in die Technik der Stellwerke. An der Ausbildungsanlage der Gleisbauer übte sie klassische Techniken der Fahrbahninstandhaltung, im Qualifizierungszentrum der DB Regio erlebte sie die Ausbildung und Umschulung des Fahrpersonals am Simulator.

„Die Bahn verbindet Menschen und Regionen“, betonte Rehlinger. Ob zum Einkaufen, in den Urlaub oder zur Arbeit – ein verlässliches, leistungsfähiges Streckennetz sei für die Zukunft des Saarlandes ein entscheidender Faktor. „Was alles nötig ist, damit Menschen und Güter, sicher und pünktlich von A nach B kommen, davon habe ich heute einen guten Eindruck bekommen.“

Ein Zwischenfall sorgte am Ende des Tages für Aufregung: Während abschließender Gespräche im Verwaltungsgebäude am Hauptbahnhof Saarbrücken löste ein Feueralarm die Evakuierung des Gebäudes aus. Verletzt wurde niemand, die Lage war rasch wieder unter Kontrolle. Rehlinger dankte den Kräften von Feuerwehr und Polizei ausdrücklich für ihren Einsatz.

Ihr Fazit fiel zuversichtlich aus. „Viele Räder müssen ineinandergreifen, damit die notwendige Modernisierung des Schienennetzes gelingt“, so die Ministerpräsidentin. Sie habe die Herausforderungen im Saarland selbst erlebt, aber auch gesehen, wie viele Menschen auf unterschiedliche Weise daran mitarbeiteten, Bahn und Schiene nach vorn zu bringen.

Das Praktikum stieß auch bei den Verantwortlichen der Bahn auf Zustimmung. Ismail Ertug, Konzernbevollmächtigter für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland, sprach von einer klaren Wertschätzung für die Belegschaft. Ralf Damde, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der DB Regio, verwies auf die Qualifizierung des Nachwuchses: Im Qualifizierungszentrum würden junge Menschen binnen drei Jahren zu Triebfahrzeugführenden ausgebildet, rund 350 von ihnen trainierten jährlich am eigenen Simulator.

Silke Janser, Vorsitzende der Regionalleitung von DB Regio Mitte, hob die Bedeutung der Doppelbesetzung für das Sicherheitsgefühl hervor und machte deutlich, dass deren dauerhafte Etablierung finanzielle Spielräume und die Unterstützung der Länder erfordere. Franz-Peter Holzer, Leiter Fahrweg Netz Saarbrücken bei der DB InfraGO, bedankte sich schließlich für das große Interesse der Ministerpräsidentin und den offenen Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort.

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