Foto: SWNN/Matthias Zimmermann (hgn)
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Kaum beginnt die fünfte Jahreszeit, da zeichnet sich schon ihr Ende ab: Aschermittwoch fällt in der kommenden Session auf den 10. Februar und damit ungewöhnlich früh. Für die rund 180 Karnevalsvereine im Saarland bedeutet das eine kurze, aber umso dichtere närrische Zeit. Besonders beim ältesten Verein der Region, dem So war noch nix 1847 Ottweiler, lässt man sich davon nicht ausbremsen.

Denn an der Zahl der Veranstaltungen rüttelt die knappe Spielzeit nicht. Garden, Schautanzgruppen, Sänger und Büttenredner trainieren fast das ganze Jahr über, und nun geht es für sie in die heiße Phase. Startschuss bleibt traditionell der 11.11. um 11.11 Uhr. Was folgt, ist ein Programm Schlag auf Schlag, das die Aktiven auf zahlreiche Termine im eigenen Haus wie bei befreundeten Gesellschaften führt.

Den offiziellen Sessionsauftakt feiert der Verein am Freitag, 20. November, um 19.11 Uhr in der kleinen Halle Im Alten Weiher. Die Mitglieder zeigen sich dort in ihren Uniformen, bevor ein geselliger Abend zu karnevalistischen Klängen folgt. Schon einen Tag später steht die Prinzengarde mit ihrem Schautanz im Schlosstheater auf der Bühne, wo die Ottweiler Bürgergarde ihre Till-Verleihung ausrichtet. Mit dem gleichnamigen Orden werden Jahr für Jahr Menschen oder Gruppen geehrt, die sich um die saarländische Fastnacht verdient gemacht haben.

Nach einer Pause über die Weihnachtszeit nimmt das Geschehen 2027 rasch wieder Fahrt auf. Am Samstag, 2. Januar, reist eine Abordnung zum Wachwechsel der Freunde von Karo Blau Gold nach Saarlouis-Roden. Eine Woche darauf, am 9. Januar, bitten die Ottweiler ab 14.11 Uhr selbst zum Truppenaufmarsch rund um die kleine Halle Im Alten Weiher – unter dem Titel Sponheimer meets Wachwechsel. Eingeladen dazu hat die eigene Löffelgarde, die seit Jahrzehnten als Schutztruppe des Prinzen Karneval gilt.

Ihren Namen verdankt die Veranstaltung der Kultfigur des Vereins: Sponheimer, eine mürrische Frau, die vor vielen Jahren für Gesprächsstoff in der Stadt an der Blies gesorgt haben soll und bis heute das Vereinsemblem ziert. Fast ebenso alt wie der Verein selbst ist die Großmaul-Zeitung, ein satirisches Blatt, das den regionalen Jahresrückblick aufs Korn nimmt. Hinweise aus der Bevölkerung sind dabei ausdrücklich erwünscht. Am Samstag, 23. Januar, ziehen die Gardisten als fliegende Zeitungsverkäufer von Haus zu Haus durch die Innenstadt.

Die Sitzungssaison startet am Sonntag, 24. Januar, mit der Seniorensitzung ab 14.11 Uhr im Schlosstheater, die der Verein im Wechsel mit der Bürgergarde bestreitet. Am Freitag und Samstag, 29. und 30. Januar, folgen jeweils ab 19.11 Uhr die beiden eigenen Prunksitzungen. Mehr als 120 Darsteller aus den eigenen Reihen bieten dort ein abendfüllendes Programm aus Büttenreden, Märschen, Funkenmariechen-Akrobatik, Schautänzen und Gesang – das Ergebnis monatelanger Vorbereitung.

Nach einer Auszeit im Vorjahr kehren auch die närrischen Verhaftungen zurück, nun mit neuem Konzept und an neuem Ort. An Weiberfastnacht, Donnerstag, 4. Februar, müssen sich ab 11.11 Uhr im katholischen Pfarrheim all jene verantworten, die gegen die karnevalistischen Sitten verstoßen haben. Am Freitag, 5. Februar, folgt mit der Sponi’s Night – dem Nachfolger der Oldies-Night – ein Abend mit Band und DJ im Schlosstheater. Der Nachwuchs kommt am Sonntag, 7. Februar, ab 15.11 Uhr bei der Kinderfastnacht zu seinem Recht.

Den Höhepunkt bildet der Fastnachtsumzug am Dienstag, 9. Februar, in Ottweiler, bei dem alle Gruppen des Vereins mitwirken. Dass die Session diesmal so früh endet, liegt am wandernden Osterdatum: Ostersonntag fällt stets auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, und da der Mondzyklus Jahr für Jahr variiert, rückt Aschermittwoch 2027 nah an den Jahresbeginn – genau 46 Tage vor Ostern.

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