Im Gasthaus Sorg in Neunkirchen, nur wenige Schritte vom Klinikstandort Kohlhof entfernt, drehte sich am Abend alles um eine Frage: Wie geht es weiter für die Beschäftigten der Klinik? Der CDA-Kreisverband Neunkirchen nutzte seine konstituierende Vorstandssitzung, um über die Zukunft der rund 550 Mitarbeitenden zu sprechen – und bekam dabei einen unmittelbaren Eindruck von der Unruhe, die der mögliche Umzug nach St. Wendel ausgelöst hat.
An der Diskussion nahmen unter anderem Klinikmitarbeiterin Frau Killius-Reis und die Vorsitzende der Bürgerinitiative Kohlhof „Das Herz des Kohlhofs bleibt hier. Kein Kohlhof ohne Klinik“, Frau Sciarrotta, teil. Beide machten deutlich, dass es innerhalb der Belegschaft erheblichen Widerstand gegen einen Wechsel des Standorts gibt. Die Unsicherheit über die Zukunft der Klinik und die eigenen Arbeitsplätze prägt seit Wochen den Alltag vieler Beschäftigter.
Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Sorge vor einer möglichen Kündigungswelle, falls sich die Perspektiven der Mitarbeitenden weiter eintrüben. Der CDA-Kreisverband betonte, Ziel müsse es sein, Entlassungen zu vermeiden und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Kritisch bewertet wurde vor allem die Verkehrsanbindung des möglichen neuen Standorts St. Wendel. Im Vergleich zur Schnellstraßenanbindung am Kohlhof sei die kleinteilige Straßeninfrastruktur in St. Wendel aus Sicht der Beschäftigten, aber auch der Patienten und Besucher deutlich nachteiliger.
Ein weiterer Punkt war die betriebliche Altersvorsorge. Diskutiert wurde die unterschiedliche Handhabung der Zusatzversorgungssysteme RZVK und KZVK, die aus der wechselvollen Trägergeschichte der Kohlhofer Klinik resultiert. Die Einrichtung war früher in Trägerschaft des Landes, heute gehört sie zur Marienhaus-Gruppe und steht damit unter kirchlicher beziehungsweise christlicher Trägerschaft. Für die Beschäftigten stellt sich die Frage, wie sich ein möglicher Standortwechsel auf ihre Altersversorgung auswirken könnte.
CDA-Kreisvorsitzender Thomas W. Schmitt beschrieb die Lage der Belegschaft als dauerhaft belastend. „Die Situation mit der unsicher gewordenen Zukunft des Klinik-Standorts und der Verunsicherung der Beschäftigten bedeutet für diese bereits seit mehr als zwei Monaten eine unheimliche Belastung und ist ein andauernder Stressfaktor in ihrem Arbeitsalltag. Es muss bald klar sein, wo die Reise hingeht, damit die Beschäftigten wieder ganz normal und ohne Sorgen ihrer Arbeit nachgehen können“, bekräftigte Schmitt. Mit Blick auf die bisherige Untätigkeit von SPD-Gesundheitsminister Magnus Jung in der Standortfrage fand er deutliche Worte und fasste die Lage „für die Beschäftigten und die Bürgerinnen und Bürger vor Ort“ mit „bitterer Ironie“ zusammen: „Ihr habt keine Chance. Nutzt sie!“
Zum Abschluss erinnerte der Kreisverband daran, dass die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) als Sozialflügel der CDU vor allem in der Sozialpolitik aktiv ist. Ihre Mitglieder beschäftigen sich insbesondere mit Themen wie Arbeitsmarkt, Rente, Pflege und Gesundheit. Weitere Informationen zur Arbeit der CDA sind im Internet unter www.cda-bund.de zu finden.






















