Es ist das einzige Fest seiner Art in Deutschland – und seit diesem Jahr offiziell Teil des Immateriellen Kulturerbes im Saarland: Das Deutsch-Türkische Tulpenfest in Homburg geht am Sonntag, 26. April, in seine zwölfte Runde. Von 11 bis 19 Uhr verwandelt sich der Homburger Stadtpark erneut in einen Ort der Begegnung zwischen deutscher und türkischer Kultur. Der Eintritt ist frei.
Die Aufnahme in das Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes verleiht der diesjährigen Ausgabe einen besonderen Rahmen. Oberbürgermeister Michael Forster sprach von einer großen Ehre für die Stadt: „Diese Auszeichnung ist eine große Ehre für unsere Stadt und eine besondere Würdigung des langjährigen Engagements aller Initiatoren und Beteiligten.“ Zugleich sei sie ein sichtbares Zeichen für das lebendige und offene Miteinander, das Homburg auszeichne. Die offizielle Eröffnung um 13 Uhr übernimmt Forster gemeinsam mit zwei prominenten Schirmleuten: Christine Streichert-Clivot, saarländische Ministerin für Bildung und Kultur, und Mehmet Akif Inam, Generalkonsul der Türkei für das Saarland und Rheinland-Pfalz.
Auf dem Programm stehen kulinarische Spezialitäten aus beiden Küchen, Mitmachangebote für alle Altersgruppen sowie ein Bühnenprogramm mit Musik, Tanz und Folklore. Das Fest versteht sich dabei weniger als reines Unterhaltungsformat, sondern als Einladung zum Austausch – Menschen unterschiedlicher Herkunft sollen ins Gespräch kommen, gemeinsam essen, gemeinsam feiern. Genau dieser Gedanke hat das Tulpenfest seit seiner Premiere im Jahr 2013 getragen und zu einem festen Termin im Homburger Veranstaltungskalender gemacht.
Die Idee dazu stammt von Klaus Friedrich, der sich von den großen Tulpenfesten in Istanbul inspirieren ließ, wo seit 2005 jedes Frühjahr die Blüte der Nationalblume zelebriert wird. Gemeinsam mit dem städtischen Integrationsbeauftragten Nurettin Tan, dem damaligen Ortsvertrauensmann Markus Emser und zahlreichen weiteren Unterstützern rief Friedrich das erste Deutsch-Türkische Tulpenfest ins Leben. Dahinter steht eine Kulturgeschichte, die weit zurückreicht: Ursprünglich im Osmanischen Reich beheimatet, gelangte die Tulpe im 16. Jahrhundert über den kaiserlichen Gesandten Ogier Ghislain de Busbecq nach Mitteleuropa und eroberte von dort aus den gesamten Kontinent.
Im Osmanischen Reich erlebte die Blume während der sogenannten Tulpenzeit zwischen 1718 und 1730 ihren kulturellen Höhepunkt – eine Epoche prachtvoller Feste und künstlerischer Blüte. Bis heute gilt die Tulpe in der Türkei als Symbol für Leben und Fruchtbarkeit. Dass sie in Deutschland ebenso selbstverständlich in Gärten und Parks steht, macht sie zum perfekten Sinnbild für die oft unbewussten Verbindungen zwischen beiden Kulturen.
Jahr für Jahr pflanzen engagierte Helferinnen und Helfer gemeinsam mit der städtischen Grünflächenabteilung Tausende Tulpenzwiebeln im Stadtpark und schaffen damit die farbenprächtige Kulisse für das Fest. Wer mit dem Auto anreist, findet kostenlose Parkplätze im Bereich L120/Brunnenstraße auf dem Gelände der Karlsberg Brauerei – die Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr. Das vollständige Programm ist auf der Homepage der Stadt Homburg unter www.homburg.de/veranstaltungen/ abrufbar.























