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Mit Avira setzt ein weiterer Anbieter von Antivirussoftware auf die Mining-Funktion von Ethereum. Das Feature soll als Gegenprojekt zu dem vom Mutterkonzern angebotenen Norton Crypto angeboten werden. Unterdessen kommt Norton Crypto nicht so gut an.

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Avira ist ein beliebtes Antivirenprogramm, welches besonders durch seine kostenlose Nutzung so beliebt ist. Rund 500 Millionen Benutzer haben jetzt die Möglichkeit, Avira zum Software-Mining für die Kryptowährung Ethereum zu nutzen. Diese Funktion wurde unter dem Namen Avira Crypto implementiert und muss von Nutzern auf ihren Rechnern selbst aktiviert werden. Wer also in Zukunft nicht mehr nur Ethereum kaufen oder handeln möchte, sondern sich auch vorstellen könnte, selbst ins Krypto-Mining einzusteigen, könnte mit Avira Crypto möglicherweise das richtige Einsteigertool gefunden haben.

Norton Crypto in der Kritik: Avira launcht Gegenprojekt 

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NortonLifeLock ist ein US-amerikanischer Entwickler von Sicherheitssoftware für Privatanwender. Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Identität, Privatsphäre und Geräte von Millionen von Kunden zu schützen sowie ihre Sicherheitsanforderungen im Bereich Heim und Familie zu erfüllen. Das Ziel hinter diesen Angeboten ist es, in der komplexen digitalen Welt Internetnutzern ein zuverlässiger Verbündeter zu sein. Zuvor unter dem Namen Symantec und aktuell als Mutterkonzern von Avira und Avast bekannt, kommt NortonLifeLock mit seiner Mining-Funktion Norton Crypto bei den Nutzern nicht wie erwünscht an. Das Unternehmen hatte seinen Kunden erstmalig am 2. Juni 2021 ein Tool zum Schürfen von Kryptowährungen präsentiert und bereitgestellt. Dieses wurde in die kostenpflichtige Security-Suite Norton 360 integriert. Das Tool wurde zunächst von einer geringen Nutzerschaft verwendet. 

Ein Scifi-Autor und kritischer Internetbeobachter namens Cory Doctorow äußerte sich hierzu in einem Tweet über seinen Ärger über die neue Mining-Funktion. Der Shitstorm ging dabei, Doctorows Aussagen zu Folge, um die Installierung der Kryptomining-Software auf den Rechnern seiner Kunden. Diese sei still und heimlich gewesen und gleichzeitig habe der Antivirus-Software-Hersteller eine Provision für den neuen Dienst kassiert. In den Kommentaren zu Cory Doctorows Twitter-Posting wurde dabei unter anderem darauf verwiesen, dass mit einem einzelnen Computer die Energiekosten für das Mining über den möglichen Mining-Erträgen lägen.

Einzelne Nutzer und Nutzerinnen berichten zudem, dass die Miningsoftware ohne ihre Zustimmung installiert worden und die Deinstallation der Datei (ncrypt.exe) nur schwer möglich sei. NortonLifeLock selbst widerspricht dieser Anschuldigung jedoch. Dem Unternehmen zufolge müsse die Funktion selbst aktiviert werden. Es bestehe kein Zwang und somit dürften keine Kosten hochgeschrieben werden. Allerdings häuften sich auch Beschwerden über Systemausfälle und nicht funktionierende Programme, wenn Norton Crypto installiert war.

Neues Avira Free enthält Kryptominer

Nicht nur NortonLifeLock wagte den Weg in den Krypto-Kosmos: Ab sofort verfügen AV-Anwendungen des deutschen Unternehmens aus der IT-Sicherheitsbranche Avira über eine neue Funktion namens Avira Crypto. Mit Avira Crypto soll es Windows-Nutzern möglich sein, die Kryptowährung Ethereum (ETH) zu schürfen. Das Unternehmen schrieb hierzu in einem Support-Beitrag, dass das Schürfen optional sei und standardmäßig nicht aktiviert ist. Interessenten, die sich auf den Schürf-Prozess einlassen, müssen diesen selbst aktivieren. Jeder Beteiligte kann seine Rechenleistung nutzen, um ETH zu minen. Dies geschieht während der „Ruhezeit“. Was das genau bedeutet, ist unbekannt.

Neben der Mining-Software soll die AV-Anwendung auch ein persönliches Wallet bringen. Erschürfte Beträge können somit anschließend in das Wallet der Handelsplattform Coinbase übertragen werden. Dort landet aber, laut Bericht, nicht der volle Betrag, da Avira eine Servicegebühr einstreicht. Wie hoch diese ausfällt, wurde nicht kommuniziert. Das System an sich ist nahezu identisch zum Pendant von Norton und ermöglicht ebenfalls das optionale Mining von Ethereum. Im Prozess nehmen Nutzer und Nutzerinnen bei Interesse an sogenannten Mining-Pools teil, einem Zusammenschluss mehrerer Rechner, um gemeinsam mehr virtuelles Geld zu schürfen. Avira Crypto ist laut Hersteller ab sofort in diversen Produkten, dazu das kostenlose Avira Free Security sowie Avira Antivirus Pro und Avira Internet Security, enthalten.

Das kann Avira Crypto

Avira Crypto ermöglicht das Mining der Kryptowährung Ethereum (ETH) während der Ruhezeit des jeweiligen Computers. Wie oben bereits erwähnt, ist Avira Crypto eine Opt-in-Funktion, was bedeutet, dass es ein ausdrückliches Zustimmungsverfahren benötigt, damit das Schürfen starten kann. Wenn Benutzer Avira Crypto aktiviert haben, die Funktion aber nicht mehr nutzen möchten, kann sie über die Benutzeroberfläche des Avira Produkts deaktiviert werden. Das integrierte Crypto-Wallet kann nach dem Mining die erworbene Kryptowährung speichern und auf das Konto übertragen. Der Zugriff auf den Service erfolgt über Avira Security für Windows und kann über „Mein Avira Konto“ im Browser oder der App kontrolliert werden. 

Schließlich bleibt die Rechtslage bezüglich Steuern und anderen Belangen weiterhin dem Nutzer überlassen. Sollte Ethereum von Proof-of-Work, was notwendig für Wasted Mining ist, auf Proof-of-Stake umstellt werden, ist zudem unklar, was mit dem Feature passiert. Das Ganze soll im ersten Halbjahr 2022 passieren und diese Features obsolet machen – sofern man nicht auf Altcoins umsteigt.

Was ist Crypto-Mining?

Kryptowährungen werden immer beliebter. Unter dem Crypto-Mining versteht man zusammengefasst den Prozess des „Abschürfen“ von Einheiten einer Kryptowährung wie hier Ethereum. Da rein digitale Währungen nicht von Staaten oder Banken verwaltet und ausgegeben werden, benötigen sie sogenannte Crypto-Miner, die sämtliche Transaktionen aufzeichnen, verifizieren und verbuchen. Das Ethereum-Mining ist über sogenannte Miningpools organisiert, in denen die Nutzer gemeinsam die Rechenleistung ihres dafür vorgesehenen PCs freigeben. Wenn ein Crypto-Block erzeugt wurde, erhält jeder User seinen gerechten Anteil.

 

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