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Wenn zum 1. Oktober die Heizsaison beginnt, zeigt sich beim Blick auf die neuen Wohnungen in Deutschland ein klarer Trend: Mehr als drei von vier Neubauten setzen inzwischen auf klimafreundliche Wärme. Konkret werden 77,4 Prozent der frisch fertiggestellten Wohnungen mit Wärmepumpen oder Fernwärme beheizt. Das geht aus einem aktuellen Zahlencheck des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor.

Die Wärmepumpe hat sich dabei zur Nummer eins entwickelt. Bereits seit 2022 ist sie die am häufigsten gewählte Heizart in neu gebauten Wohnungen. Die Fernwärme behauptet sich als verlässliche zweite Säule, während Gas als Energieträger im Neubau kontinuierlich an Bedeutung verliert.

Doch der Neubau ist nur ein kleiner Ausschnitt der Realität. Deutschlandweit gibt es knapp 44 Millionen Wohnungen, und in diesem riesigen Bestand sieht die Lage völlig anders aus. Hier geben nach wie vor Gas und Heizöl den Ton an, gemeinsam decken sie 73,3 Prozent der Beheizung ab. Was sich bei den Neubauten verändert, sickert entsprechend nur langsam in die Gesamtbilanz durch.

Verschärft wird dieser Effekt durch die schwache Baukonjunktur. 2025 wurden lediglich 172.600 Wohnungen fertiggestellt und damit rund 20 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Je weniger neu gebaut wird, desto zögerlicher erreicht der Wandel bei den Heizsystemen den bestehenden Wohnungsmarkt.

Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, wertet die Entwicklung dennoch als ermutigendes Signal. „Die Zahlen zeigen: Im Neubau ist die Wärmewende in der Praxis angekommen. Jetzt gilt es, den Wandel auch im Bestand voranzubringen und zugleich wieder mehr Wohnungsbau zu ermöglichen. Entscheidend ist außerdem der Ausbau der Wärmenetzinfrastruktur im urbanen Raum“, erklärte sie.

Damit dieser Ausbau gelinge, müsse die Politik in den kommenden Monaten zwei zentrale Weichen stellen. Nötig sei zum einen eine umfassende Novelle des Wärmeplanungsgesetzes, die Wärme- und Verteilnetzplanung eng miteinander verzahnt. So ließen sich der Fernwärmeausbau vorantreiben und bei Gasnetzstilllegungen rechtzeitig alternative Versorgungslösungen schaffen. Zum anderen brauche es laut Andreae ein investitionsfreundliches Wärmenetzgesetz, das dem Ausbau und der Dekarbonisierung der Fernwärme den nötigen Schub verleihe. Weitere Details zur Beheizungsstruktur und zu regionalen Unterschieden liefert das BDEW-Trendbarometer Neubau.

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