Die Universität des Saarlandes stärkt ihr biomedizinisches Profil: Zum 1. Oktober 2026 tritt Anneli Peters die Klaus Faber Stiftungsprofessur für Neuroimmunologie an. Zugleich übernimmt die promovierte Biochemikerin die Leitung des frisch gegründeten Klaus-Faber-Instituts für Neuroimmunologie, das die Forschung an diesem Feld am Standort Homburg entscheidend voranbringen soll. Möglich wurde die Gründung durch eine Wissenschaftsförderung der gemeinnützigen Klaus Faber Stiftung Saarbrücken.
Peters wechselt von der Ludwig-Maximilians-Universität München ins Saarland. Dort leitete sie zuletzt eine Heisenberg-Forschungsgruppe am Institut für Klinische Neuroimmunologie, nachdem sie zuvor bereits als Emmy-Noether-Gruppenleiterin von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert worden war. Ihre wissenschaftliche Laufbahn führte sie außerdem an das Max-Planck-Institut für Neurobiologie in München und über mehrere Jahre an die Harvard Medical School in Boston.
Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Frage, wie das Immunsystem bei entzündlichen Autoimmunerkrankungen des zentralen Nervensystems reagiert – allen voran bei der Multiplen Sklerose. Besonders interessiert Peters das Zusammenspiel von T- und B-Zellen, das entscheidend dazu beiträgt, dass autoimmune Entzündungen entstehen und bestehen bleiben. Ihre Forschung konnte zeigen, dass diese Interaktionen nicht nur in den Lymphorganen der Peripherie ablaufen, sondern auch direkt im Gehirn.
Dort bilden sich sogenannte ektopische lymphoide Follikel unterhalb der Hirnhäute. Diese Strukturen stehen im Verdacht, über lange Zeiträume schwelende Entzündungsprozesse anzutreiben. Ein zweiter Schwerpunkt gilt der Darmflora: Peters wies nach, dass die Darmflora von MS-Betroffenen krankmachende Spezies enthält, die autoreaktive Immunzellen aktivieren – Zellen, die anschließend ins zentrale Nervensystem einwandern.
Die Mechanismen hinter dieser Wechselwirkung zwischen Darm und Immunsystem will die Wissenschaftlerin nun genauer entschlüsseln, um daraus langfristig neue Therapieansätze abzuleiten. Methodisch verbindet ihre Arbeitsgruppe In-vivo-Modelle mit modernen immunologischen und molekularbiologischen Verfahren sowie hochauflösender Bildgebung. So lassen sich krankheitsrelevante Prozesse sowohl im peripheren Immunsystem als auch im Gehirn analysieren.
Mit dem neuen Institut entsteht an der Universität ein internationales Zentrum für Grundlagen- und translationale Forschung. Das Ziel: neuroimmunologische Mechanismen systematisch aufzuklären und neue Ansätze für Diagnostik und Therapie zu entwickeln, insbesondere im Kampf gegen die Multiple Sklerose.
„Ich freue mich sehr darauf, das neue Institut aufzubauen und gemeinsam mit meinem Team und in Zusammenarbeit mit den hervorragend ausgewiesenen Experten am Standort innovative Forschung in der Neuroimmunologie voranzutreiben. Besonders wichtig ist mir dabei der langfristige Nutzen unserer Grundlagenforschung für die Betroffenen“, sagt die neue Professorin und Institutsleiterin. Mit ihr gewinnt die Universität des Saarlandes eine international renommierte Wissenschaftlerin, die das biomedizinische Profil des Standorts weiter schärfen dürfte.



















