Symbolbild

Im Rahmen des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar 2021 veröffentlicht das Landesarchiv Saarland eine vorläufige Liste saarländischer Euthanasie-Opfer des NS-Regimes. Nachdem das Projekt bereits 2018 durch eine erste Datengewinnung der Staatskanzlei startete, führt die Liste aktuell 670 identifizierte Opfer des NS-Krankenmordes. Eine Erweiterung der Liste ist vorgesehen.

Anlässlich der Einweihung des Mahnmals zur Erinnerung an die Opfer der Zwangssterilisation im September 2020 kündigte der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Henrik Eitel, den Aufbau einer Datenbank zu den saarländischen Opfern der NS-Euthanasie an: „Für die saarländische Landesregierung gilt uneingeschränkt: Kein Vergessen dieser Verbrechen. Kein Verschweigen. Kein Relativieren. Im Gegenteil: Erinnern – Mahnen – Lernen. Dies sind die Maximen für unseren Umgang mit der Geschichte des Nationalsozialismus“, so Eitel.

Auch im Saarland forderte die Euthanasiepolitik des NS-Regimes zahlreiche Opfer. Infolge einer Petition an den Landtag im Jahr 2018 startet das historische Bemühen um Aufklärung der Opfer des NS-Krankenmordes der saarländischen Krankeneinrichtungen in Homburg und Merzig. Dazu lieferten besonders die beiden Wissenschaftler Dr. Christoph Braß (Historiker) und Dr. med. Claudia Flöter wichtige Forschungsergebnisse, die Günther Kiefer, Referatsleiter in der Staatskanzlei, als Liste aufgearbeitet hat.

Bisher führt die Liste etwa 670 Personen als zweifelsfreie Opfer des NS-Krankenmordes. Die Gesamtzahl der Euthanasie-Opfer im Saarland liegt jedoch wohl knapp dreimal so hoch. Über viele der recherchierten Personen der Opferliste liegen noch zu wenige Informationen vor. Ein Abschluss der Arbeiten ist jedoch bis Ende des Jahres durch einen Forschungsaufenthalt der Mitarbeiter des Landesarchivs in Hadamar (Hessen) möglich. Weitere Informationen zur Opferliste, sowie eine vorläufige Fassung in PDF-Form finden Sie unter: www.landesarchiv.saarland.de

 

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