Wo früher ein schmaler Pfad durch die Alsbachaue führte, stauen heute Biberdämme das Wasser. Was den Tieren einen idealen Lebensraum bietet, machte Spaziergänge in Marpingen-Alsweiler zuletzt oft schwierig. Nun wird der beliebte Biberlehrpfad umfassend angepasst – mit finanzieller Unterstützung der Landesregierung.
Am 10. Februar haben das für ländliche Entwicklung zuständige Umweltministerium und das Innenministerium dem Zweckverband Natura Ill-Theel einen Scheck über 66.241,35 Euro überreicht. Mit dem Geld soll der „Biberlehrpfad“ in Marpingen-Alsweiler an die veränderten Bedingungen in der Alsbachaue angepasst und ein neuer Steg in Holzbauweise gebaut werden. Hintergrund sind die deutlich sichtbaren Eingriffe der wieder angesiedelten Biber in die Landschaft, die den bestehenden Weg immer häufiger unpassierbar machten.
„In unserer schnelllebigen Zeit suchen viele Menschen einen Ausgleich in der Natur. Zugleich sind das Erleben und die Vermittlung unterschiedlicher Lebensräume und Arten insbesondere an die jüngeren Generationen essenziell, um unsere reizvolle Umwelt langfristig zu schützen“, sagte Umweltministerin Petra Berg. „In Alsweiler hat uns der Biber deutlich gezeigt, dass Natur nicht statisch ist. Wollen wir sie erhalten und fördern, müssen wir uns anpassen. Diese Anpassung unterstütze ich gerne, ist sie doch eine nachhaltige Investition in einen für Touristinnen und Touristen sowie Einheimische attraktiven ländlichen Raum und einen beliebten außerschulischen Bildungsort.“
Auch das Innenministerium betont die Bedeutung des Projekts für den Alltag vor Ort. „Gerade im ländlichen Raum brauchen wir Lösungen, die im Alltag funktionieren und zugleich unsere natürlichen Lebensräume respektieren“, sagte Staatssekretär Torsten Lang. „Mit dem geplanten Überweg sichern wir eine wichtige Fußwegverbindung für die Bürgerinnen und Bürger und erhalten gleichzeitig den sensiblen Lebensraum vor Ort. Das Projekt steht damit beispielhaft für eine nachhaltige Dorfentwicklung, die Natur- und Artenschutz sowie Lebensqualität vor Ort zusammenbringt.“
Die Wiederansiedlung des Bibers in der Alsbachaue hat das Gebiet in Alsweiler zu einem viel besuchten Naherholungsraum gemacht. Der große Damm und die rege Bautätigkeit der Tiere sorgten jedoch dafür, dass die Aue bereits bei mittleren Wasserständen überstaut wurde. Der Fußweg war dadurch immer wieder eingeschränkt. Künftig soll der Weg mit Verbundsteinen gesichert werden. Ein Holzbohlensteg wird dafür sorgen, dass die Aue ganzjährig passiert werden kann – auch bei hohem Wasserstand und ohne die Lebensweise der Tiere zu beeinträchtigen. Die Maßnahmen werden nach Angaben der Ministerien im Einklang mit Natur- und Artenschutz umgesetzt.
Insgesamt belaufen sich die zuwendungsfähigen Kosten des Projekts auf 73.601,50 Euro. Davon übernimmt die Landesregierung 90 Prozent. Das Umweltministerium trägt 40.480,83 Euro, das Innenministerium steuert 25.769,33 Euro bei. Der kommunale Zweckverband Natura Ill-Theel beteiligt sich mit einem Eigenanteil von 7.360,51 Euro. Informationen zur Förderung des ländlichen Raums stellt das Umweltministerium online unter www.saarland.de/laendlicheentwicklung bereit.



















