Symbolbild
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An einem Dienstagabend im Dezember wird es im Homburger Saalbau stiller als gewöhnlich. Dann rückt ein Thema in den Mittelpunkt, das oft im Verborgenen wirkt: die Spuren von Kriegstraumata über Generationen hinweg. Im Rahmen der Homburger Lesezeit ist die Autorin Kristin Rubra eingeladen, um ihr Buch „Keloid – Vom Überleben und Leben“ vorzustellen.

Die Lesung findet am Dienstag, 2. Dezember, um 19 Uhr im Kulturzentrum Saalbau, Obere Allee 1, statt. Rubra ist an diesem Abend Gast der Reihe Homburger Lesezeit. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist wie bei den anderen Terminen der Reihe frei.

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Im Mittelpunkt steht der Roman „Keloid“. Der Titel greift einen medizinischen Fachbegriff auf: Ein Keloid ist eine wuchernde Narbe, die über die ursprüngliche Wunde hinauswächst. Diesen Begriff nutzt Kristin Rubra, um literarisch zu zeigen, wie sich seelische Verletzungen durch Kriege im Leben von Menschen ausbreiten und es dauerhaft verändern können.

Rubra erzählt in ihrem Buch, wie Kriegstraumata Biografien deformieren und nicht bei einer Generation enden. Sie schildert, wie diese Erfahrungen „weitergegeben“ werden und wie sie Beziehungen, Familien und Selbstbilder prägen. Trotz dieser Schwere hat der Roman eine klare zweite Ebene: Unter der Last dieser Erfahrungen bleibt die Sehnsucht nach Nähe und Verbundenheit bestehen. Die Liebe wird in „Keloid“ nicht ausgeblendet, sondern intensiv gesucht – und findet, so heißt es, ungewöhnliche Wege.

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Mit der Lesung von Kristin Rubra setzt die Homburger Lesezeit ihre Reihe mit literarischen Begegnungen im Saalbau fort. Alle Veranstaltungen der Lesezeit sind im Terminkalender auf der Homepage der Stadt Homburg unter www.homburg.de zu finden. Dort steht zu jeder Veranstaltung ein Link bereit, der zum kompletten Programmheft der Homburger Lesezeit führt.

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Die Kombination aus kostenfreiem Zugang, zentralem Veranstaltungsort und einem Thema, das weit über individuelle Geschichten hinausweist, fügt sich in das Konzept der Lesezeit ein: Literatur wird als Raum verstanden, in dem persönliche, gesellschaftliche und historische Fragen verhandelt werden können – so auch an diesem 2. Dezember im Saalbau.

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