Meditation, Wellness und Selfcare gelten als Wege zu mehr Ausgeglichenheit. Doch was, wenn genau diese Versprechen einen neuen Druck erzeugen? Diese Frage stellt die Publizistin Diana Kinnert ins Zentrum ihres Buches „Die Achtsamkeitsfalle. Angriff auf Körper, Geist und Seele“, das sie am Dienstag, 29. September 2026, um 18.30 Uhr in Saarbrücken vorstellt.
Eingeladen zu dem Abend hat die Union Stiftung, die Kinnert in ihr Haus in der Steinstraße holt. Die Autorin ist eine profilierte Stimme im politischen und gesellschaftlichen Diskurs. Seit 2026 fungiert sie als Herausgeberin beim Medienunternehmen „The Pioneer“, zuvor engagierte sie sich unter anderem im Jugendbeirat der Konrad-Adenauer-Stiftung, arbeitete für den früheren Bundestagsvizepräsidenten Peter Hintze und gehörte einer Reformkommission der CDU an.
In ihren Texten kreist Kinnert immer wieder um dieselben großen Themen: gesellschaftlichen Zusammenhalt, Einsamkeit, den Einfluss von Technologie und die Folgen des Wandels. Auch ihr aktuelles Buch fügt sich in diese Linie ein, indem es einen boomenden Lebensstil kritisch seziert.
Ihre zentrale These ist unbequem. Achtsamkeit, Coaching, Biohacking und Selbstfürsorge, argumentiert Kinnert, verlagerten strukturelle Probleme auf die Schultern des Einzelnen. Statt belastende Arbeits- und Lebensverhältnisse zu hinterfragen, werde vom Menschen verlangt, resilienter und leistungsfähiger zu werden. Dahinter stehe längst eine milliardenschwere Industrie.
Damit verschiebt sich die Perspektive: Aus der scheinbar privaten Suche nach Erholung wird eine gesellschaftliche Frage. Dient Selbstfürsorge unter solchen Bedingungen wirklich der Regeneration, oder befeuert sie am Ende bloß Leistungsdruck und Selbstausbeutung? Kinnert verknüpft das Streben nach einem besseren Leben mit grundlegenden Überlegungen zu Arbeit, Gemeinschaft und Gesellschaft.
Dass es an diesem Abend nicht bei einem Vortrag bleibt, ist ausdrücklich vorgesehen. Im Anschluss an die Buchvorstellung gibt es Raum für eine Diskussion mit der Autorin, und auch Fragen aus dem Publikum sind willkommen.
Die Veranstaltung findet im Haus der Union Stiftung in der Steinstraße 10 in 66115 Saarbrücken statt. Die Teilnahme ist kostenfrei, um eine vorherige Anmeldung wird gebeten.





















