Die deutsche Schifffahrt soll grüner werden – und das Bundeskabinett hat dafür nun den Fahrplan beschlossen. Am Dienstag billigte die Bundesregierung den Nationalen Aktionsplan klimafreundliche Schifffahrt, den Bundesverkehrsminister Bilger vorgelegt hatte. Hinterlegt sind die Fördermaßnahmen mit 400 Millionen Euro, die in den kommenden Jahren in die Dekarbonisierung des Sektors fließen.
Für die Branche geht es um viel. See- und Binnenschifffahrt sichern die Versorgung des Landes, schaffen Wertschöpfung und sind ein tragender Pfeiler funktionierender Lieferketten. Genau diese Rolle will die Bundesregierung erhalten, während der Sektor zugleich seine Klimaziele erreichen soll. Der Aktionsplan soll beides unter einen Hut bringen.
„Die Schifffahrt steht vor einem tiefgreifenden Wandel und großen Herausforderungen“, erklärte Bilger. Man unterstütze die Branche dabei, die Transformation erfolgreich zu gestalten, neue Wertschöpfung zu schaffen und Deutschland als führenden Innovationsstandort für klimafreundliche maritime Technologien zu positionieren. Entscheidend sei dabei die Offenheit gegenüber unterschiedlichen Technologien. Man setze auf verlässliche Rahmenbedingungen, „damit sich die besten klimafreundlichen Lösungen am Markt durchsetzen können“.
Im Zentrum des Plans stehen vier Handlungsfelder. Alternative Antriebs- und Energiesysteme sollen entwickelt und eingesetzt, die Flotte klimafreundlich modernisiert werden. Hinzu kommen die Versorgung der Schifffahrt mit kohlenstoffarmen und nachhaltigen Energieträgern sowie der Aufbau sogenannter grüner Schifffahrtskorridore. Leitprinzipien sind nach Angaben des Ministeriums die Technologieoffenheit und der Abbau überflüssiger bürokratischer Hürden, um den Markthochlauf zu beschleunigen.
Entstanden ist der Aktionsplan nicht am Reißbrett, sondern in einem breiten Dialog mit Verbänden, Wissenschaft sowie Landes- und Bundesressorts. Er ist Teil des Klimaschutzprogramms 2026 und ergänzt die Aktivitäten der Bundesregierung auf europäischer und internationaler Ebene. Eng verzahnt sind die Maßnahmen zudem mit der Anpassung an den Klimawandel, insbesondere mit dem Aktionsplan Niedrigwasser Rhein.
Mit dem Kabinettsbeschluss beginnt nun die konkrete Arbeit an den 47 Maßnahmen des Plans. Dass die Transformation ein gemeinsamer Kraftakt bleibt, machte das Ministerium deutlich: Noch in diesem Herbst folgen die nächsten Schritte. Am 5. November 2026 kommen auf der BMV-Fachkonferenz klimafreundliche Schifffahrt Fachleute aus Ländern, Wirtschaft, Verbänden, Wissenschaft, Ressorts und Behörden zusammen, um die Umsetzung voranzutreiben.



















