Biologische Landwirtschaft in der Biosphäre Bliesgau - Bild: Fotogruppe der Naturfreunde Saarland e.V.

Vor dem Hintergrund, dass Umwelt- und Landwirtschaftsminister Reinhold Jost für die kommenden Jahre rund 89 Mio. Euro für die Einwicklung des ländlichen Raums und zur Förderung des Ökolandbaus für das Saarland hat verhandeln können, appelliert der Biosphärenzweckverband an die umstellungswilligen landwirtschaftlichen Betriebe im Biosphärenreservat Bliesgau jetzt die Umstellung auf Ökolandbau anzugehen.

er Biosphärenzweckverband Bliesgau begrüßt das Verhandlungsergebnis von Umwelt- und Landwirtschaftsminister Reinhold Jost. Verbandsvorsteher Landrat Dr. Theophil Gallo betont, „dass eine solch hohe Fördersumme für den ländlichen Raum bisher noch nie zur Verfügung stand. Dies gibt Handlungsspielraum und Gestaltungsmöglichkeiten, die gerade mit Blick auf die Modellregion des Biosphärenreservats wichtig sind“. Dafür bedankt er sich in aller Form bei Minister Jost.

Gleichzeitig appelliert der Zweckverband an die umstellungswilligen landwirtschaftlichen Betriebe – von Homburg bis Kleinblittersdorf – die Gunst der Stunde zu nutzen und die Umstellung auf Ökolandbau jetzt und in den kommenden Jahren, spätestens zu Beginn der neuen Förderperiode 2023, anzugehen.

Angesichts der anstehenden guten Finanzlage rät der Biosphärenzweckverband den landwirtschaftlichen Betrieben, die gerne umstellen möchten, die Umstellungsförderung des Umweltministeriums in Anspruch zu nehmen. Mit der Umstellung auf die ökologische Wirtschaftsweise ist ein hoher Beratungsbedarf verbunden. Dieser Bedarf wird im Saarland durch die Landwirtschaftskammer sowie durch die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL) abgedeckt. Anträge für die Umstellungsförderung müssen jährlich bis Mitte Mai zusammen mit dem Antrag auf Agrarförderung gestellt werden. Insofern ist jetzt Zeit sich gut beraten zu lassen und den Umstellungsantrag für das kommende Jahr vorzubereiten.

Gerade auch im Biosphärenreservat Bliesgau ist es wichtig, dass für die schwierige Umstellungsphase zum Ökolandbau entsprechende Fördermittel bereitgestellt werden. Die Umstellungsphase bringt in der Regel geringere Erntemengen und damit verbunden geringere Umsätze mit sich. Die Acker- und Grünlandflächen müssen mindestens eine zweijährige Umstellungszeit durchlaufen, bis die Erzeugnisse als Öko-Produkt gekennzeichnet und vermarktet werden dürfen. „Da ist es wichtig, den umstellungswilligen Betrieben wirtschaftlich zu helfen“, sagt der Geschäftsführer des Biosphärenzweckverbandes Dr. Gerhard Mörsch. „Jeder umstellungswillige Betrieb muss die Anpassung seines Betriebes auf Ökolandbau genau planen und vorbereiten.

Insbesondere sollte jeder Betrieb prüfen, ob die ökologische Arbeitsweise zum Betrieb und seinen Produkten passt, um später auch als Biobetrieb auf dem Markt wirtschaftlich bestehen zu können“. Der Geschäftsführer des Biosphärenzweckverbandes bietet hierzu Hilfestellung an und vermittelt gerne die Beratungsangebote durch das Land und die Verbände des Ökologischen Landbaus. Für die biozertifizierten Betriebe ergeben sich später auch Möglichkeiten, dem „Partnerbetriebe-Netzwerk“ des Biosphärenzweckverbandes als landwirtschaftlicher Betrieb beizutreten. Konventionellen Betrieben steht die Mitarbeit und Mitgliedschaft im Verein „Bliesgau Genuss“ offen.

Obwohl man den Anteil des Ökolandbaus im Biosphärenreservat natürlich steigern möchte, versichert Mörsch aber auch, dass der Biosphärenzweckverband auch weiterhin auf die Zusammenarbeit mit den konventionellen Landwirtschaftsbetrieben in der Biosphäre setzt. Denn viele konventionell arbeitende Landwirtschaftsbetriebe können mit Nachhaltigkeit, Regionalität und Naturverträglichkeit wichtige Beiträge zur Weiterentwicklung des Biosphärenreservates leisten. Das zeigt sich bereits an vielen gemeinsamen Projekten mit konventionellen Betrieben und der Vermarktung im Bliesgauregal. Auch wird das Programm „Landwirtschaf(f)t Vielfalt“ des Zweckverbandes mit zahlreichen Blühflächen für Insekten und Maßnahmen für Feldvögel auf den Äckern des Biosphärenreservates fast ausschließlich mit konventionellen Landwirten erfolgreich umgesetzt. Nach Meinung der Geschäftsstelle des Biosphärenzweckverbandes müssen alle landwirtschaftlichen Betriebe im Biosphärenreservat, ob Ökobetriebe oder konventionelle Betriebe, in der Lage sein, tierwohlgerecht, ökologisch verträglich, naturschutz- und artenschutzkonform zu arbeiten.

Der Verbandsvorsteher des Biosphärenzweckverbandes, Landrat Dr. Theophil Gallo, betont abschließend: „Mit den neuen und zusätzlichen Mitteln für den ländlichen Raum erhoffen wir uns, in Zusammenarbeit mit dem saarländischen Umweltministerium, vermehrt naturverträgliche Wirtschaftsweisen unterstützen zu können. Ziel soll es sein, den Ertrag der Landwirte zu sichern, den Anteil regional vermarkteter Produkte zu erhöhen und gleichzeitig die wertvolle Kulturlandschaft des Biosphärenreservates Bliesgaus zu erhalten und die Umwelt zu schützen. Die verbesserte Finanzsituation für den ländlichen Raum wird bei der Umsetzung helfen und muss selbstverständlich auch den Dörfern im Biosphärenreservat zu Gute kommen“.

 

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