Zum heutigen Internationalen Frauentag machen die Fairtrade-Beauftragten in den Fairtrade-Städte Blieskastel, Homburg, Kirkel, St. Ingbert und dem FairtradeSaarpfalz-Kreis mit der Fairtrade-Rosenaktion erneut auf die Stärkung der Frauenrechte im Globalen Süden aufmerksam.

Ein Großteil der Rosen auf dem deutschen Markt kommt aus den Ländern des globalen Südens. Die meisten Rosen kommen aus ostafrikanischen Ländern wie Kenia, Äthiopien und Tansania. Mit dem Kauf von Rosen aus fairem Handel werden die Fairtrade-Standards auf den dortigen Blumenfarmen gesichert. Die Fairtrade-Blumenfarmen mit Fairtrade-Standards liegen u. a. in Kenia, Ecuador und Sri Lanka. Erfreulich ist, dass laut Transfair e. V. jede dritte verkaufte Rose in Deutschland das Fairtrade-Siegel trägt. Die bisherigen Anstrengungen zeigen ihre Wirkung auf den Fairtrade-Blumenfarmen. Dennoch arbeiten die Pflückerinnen im Rosenanbau generell oft unter schlechten Arbeitsbedingungen. Die Aktion steht für mehr Arbeits- und Mutterschutz, Lohngerechtigkeit und Weiterbildungsmöglichkeiten für die Frauen in den Anbauländern.

Die Fairtrade-Standards schreiben vor, dass Blumenplantagen ihre weiblichen Mitarbeiterinnen mit Hilfe einer Gender-Strategie fördern müssen. Konkret heißt das, dass Frauen an Weiterbildungen teilnehmen, in Gremien ihre Bedürfnisse vertreten werden und sie so eine Stimme erhalten. Durch diesen Ansatz gewinnen sie zunehmend an Selbstvertrauen und qualifizieren sich für Führungsaufgaben, die bisher Männern vorbehalten waren. Eine Studie belegte jüngst, dass dies zu Fortschritten in der Gleichberechtigung führt.

Im Saarpfalz-Kreis war Homburg 2014 die erste zertifizierte Fairtrade-Stadt. 2015 folgten der Kreis, 2016 Blieskastel, 2017 St. Ingbert und Kirkel. Mit der Auszeichnung haben sich die Fairtrade-Städte verpflichtet, faire Handelsbedingungen auf lokaler Ebene zu fördern. „Wir wollen mit der jährlichen Aktion auf die Situation der Frauen in den Ländern des globalen Südens aufmerksam machen. Noch immer sind es zu viele Frauen, die aufgrund von mangelnden Arbeits- und Gesundheitsschutz und niedrigen Löhnen ohne Zukunftsaussichten leben sind und insbesondere in der Pandemie unsere Unterstützung brauchen“, so die Fairtrade-Beauftragten übereinstimmend.

Fairtrade-Blumenproduzentin Agnes Chebii bei ihrer Arbeit auf der Blumenfarm „Ravine Roses“ in Kenia – Foto: Christoph Köstlin

In der Vergangenheit wurden die Rosen an Bürgerinnen und Bürger verteilt. Heute erhalten Kitas und Seniorenheime im Kreis einen Wertgutschein für ein Bündel fairer Rosen, der nach Öffnung in einem ausgesuchten Blumenladen eingelöst werden kann. „Ich denke, es ist im Namen aller anderen, die sich beteiligt haben zu erklären, dass es wichtig ist, mit solchen Aktionen sichtbare Zeichen zu setzen und darauf hinzuwirken, dass noch bestehende Ungerechtigkeiten und Missstände möglichst bald behoben werden, um den Menschen, die hierdurch erhebliche Nachteile erleiden, effektiv zu helfen, deshalb verdient diese gemeinsame Aktion in den Kommunen des Saarpfalz-Kreises große Anerkennung“, so Landrat Gallo in seinem Fazit.

 

 

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