Dr. Corbinian Fuchs erhält im Ministerium der Finanzen und für Wissenschaft die Ernennungsurkunde zum Professor an der htw saar. — Foto: Ministerium der Finanzen und für Wissenschaft

Die htw saar verstärkt ihren Fachbereich für Gesundheit mit einem ausgewiesenen Experten für Prävention: Seit dem 1. November gehört Dr. rer. biol. hum. Corbinian Fuchs zum Lehrkörper der Hochschule. Seine Ernennungsurkunde zum Professor für Gesundheitspädagogik und Prävention erhielt er bereits am 26. Oktober 2026 im saarländischen Ministerium der Finanzen und für Wissenschaft.

Fuchs bringt eine klinische Perspektive mit an die Saar. Seit 2020 arbeitete er an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie des LMU Klinikums München, zuletzt als psychosozialer Berater und Postdoktorand. Dort widmete er sich vor allem der sexuellen und psychosozialen Gesundheit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie der praktischen Umsetzung gesundheitsfördernder Maßnahmen.

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Seinen akademischen Weg ebnete eine herausragende Promotion. Im Jahr 2024 schloss er sein Studium der Humanbiologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit der Bestnote summa cum laude ab. Thema seiner Dissertation war das Risikoverhalten junger Menschen und die Frage, wie sich sexuell übertragbare Infektionen wirksam vermeiden lassen.

Inhaltlich kreist seine Forschung um die Gesundheitskompetenz und um die sozialen wie strukturellen Faktoren, die darüber entscheiden, wer Zugang zu medizinischer Versorgung findet. Ein Schwerpunkt liegt auf der Prävention von HIV, HPV und weiteren Infektionen. Besonders intensiv beschäftigt ihn dabei, wie sich Stigmatisierung und Diskriminierung auf die seelische und sexuelle Gesundheit junger Menschen auswirken. Auch der Einfluss sozialer Medien auf das Gesundheitsverhalten zählt zu seinen Forschungsfeldern.

Seine wissenschaftliche Arbeit bleibt dabei nah an der Praxis. Als Gründungsmitglied der Arbeitsgruppe „Psychosoziale Gesundheit Jugendlicher“ am LMU Klinikum München entwickelte und evaluierte er zielgruppengenaue Bildungs- und Präventionsprogramme. Über schulbasierte Aufklärungsprojekte erreichen diese Angebote jährlich rund 30.000 Jugendliche. Seine Ergebnisse erschienen in internationalen Fachzeitschriften, und für seine Studien zur HIV-bezogenen Stigmatisierung bei Jugendlichen zeichnete ihn die Deutsche STI-Gesellschaft 2026 mit dem Detlef-Petzold-Preis aus.

An der htw saar will Fuchs an diese Linie anknüpfen und zugleich neue Akzente setzen. Im Zentrum seiner Pläne steht die evidenzbasierte Gesundheitsförderung. Er möchte die Gesundheitskompetenz Jugendlicher und junger Erwachsener stärken, gesundheitliche Chancengleichheit voranbringen und innovative Präventionskonzepte entwickeln, die wissenschaftlich überprüft werden. Ein persönliches Anliegen ist ihm der Ausbau schulbasierter Angebote. Forschung, Lehre und praktische Präventionsarbeit sollen dabei eng zusammenwirken.

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