Foto: Stephan Bonaventura
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Jedes Jahr im Januar wiederholt sich ein in Homburg geschätztes und wichtiges Ereignis. Die Verleihung der „Homburger Kanone“. 2023 gab es einen Gewinner, der zum ersten Mal keine Einzelperson war, sondern eine ganze Institution.

Verliehen wurde der Preis auch diesmal wieder im Homburger Saalbau von der Homburger Narrenzunft (HNZ) im Rahmen ihres Neujahrsempfangs. Doch bevor es zur Verleihung kam, bedankte sich der Chef der HNZ bei allen Mitgliedern. Das diesjährige Motto der HNZ lautet übrigens „6 x 11 …und kein bisschen leise“ – ein Jubiläumsmotto. Mit etwa 500 Mitgliedern ist die Homburger Narrenzunft einer der größten Vereine der Stadt und zählt über 300 Aktive. „Das alles kann man nur leisten, weil wir auf sehr viele engagierte Mitglieder und Unterstützer zurückgreifen können. Ihnen allen und dem Vorstand gilt mein besonderer Dank“, würdigte der erste Zunftmeister Rüdiger Schneidewind in seiner Ansprache die Arbeit des Vereins.

Der erste Zunftmeister Rüdiger Schneidewind bei seiner Rede im Saalbau – Foto: Stephan Bonaventura

Der Moment der Preisvergabe rückte näher und wer sich im Saal genauer umsah, konnte leicht erahnen, wer nun der Preisträger sein würde. „Wir alle bei uns im Verein wissen, was es bedeutet ehrenamtlich aktiv zu sein und ich habe größten Respekt vor allen Menschen, die sich im Vorstand, als Trainerinnen und Trainer, Betreuerinnen und Betreuer oder in einer sonstigen Position in einem Verein oder anderen Institution engagieren. Aber das ehrenamtliche Engagement der Freiwilligen Feuerwehr ist ein ganz besonderes, ja man kann sagen ein außergewöhnliches Ehrenamt“, stellte Schneidewind deutlich klar. Die Homburger Kanone geht 2023 an die Frauen und Männer der Homburger Feuerwehr. Ein begehrter Preis, der für außerordentliche gesellschaftliche und soziale Verdienste verliehen wird. Dabei ist der Gegenstand selbst seit jeher ein durch und durch Homburger Handwerk. Die Acrylplatte kommt vom Schlüsseldienst Knott, das Grundgestell wurde von Hans Kerth Stahl- und Maschinenbau hergestellt, das Kanonenrohr in Form einer Bierflasche stammt von der Karlsberg Brauerei.

Die “Homburger Kanone” – Foto: Stephan Bonaventura

Regelmäßig an Übungen teilnehmen, sich in Führungsfunktionen engagieren, Jugendarbeit organisieren, Menschen für das Ehrenamt Feuerwehr begeistern. Allein das wäre es schon wert, die Menschen und die Organisation zu würdigen, aber bei der Feuerwehr geht das alles noch einen großen Schritt weiter. Die Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr sind rund um die Uhr bereit, wenn es zu einem Einsatz kommt – und sie wissen meist nicht, was sie erwartet. „Viele Menschen würden gerade die Bergung von Schwerverletzten oder Toten überhaupt nicht psychisch verkraften. Auch für Feuerwehrleute ist das definitiv nicht einfach, aber sie tun es – uneigennützig und um einfach zu helfen“, so Schneidewind.

Foto: Stephan Bonaventura

Ehrenamtlich bereitzustehen, um stets zu helfen ist seit jeher ein Verdienst, der Richtung Feuerwehr nicht hoch genug geschätzt werden kann. Viele Menschen wissen jedoch die Hilfe erst dann wirklich zu schätzen, wenn sie diese selbst in Anspruch nehmen müssen. Um so wichtiger ist es, genau dieses Ehrenamt immer wieder herauszuheben und der Öffentlichkeit begreifbar zu machen. Die Verleihung der „Homburger Kanone“ an die Homburger Feuerwehr ist somit nicht nur eine normale Auszeichnung, sie ein Zeichen, ein Statement und Bekenntnis gleichermaßen.

Foto: Stephan Bonaventura

Dabei bleibt ein Satz besonders im Gedächtnis. Ein Satz, den Wehrführer Klauspeter Nashan nur gerne wiederholt: „Die Feuerwehr geht da hinein, wo andere hinauslaufen.“ Die Einsätze nehmen seit Jahren kontinuierlich zu, dadurch steigt auch die Belastung der Feuerwehrleute. Großbrände, Schadensereignisse, Rettungen, die Liste ist lang.

Stellvertretend für die gesamte Homburger Feuerwehr nahm Nashan die Auszeichnung auf der Bühne des Saalbaus entgegen. Doch was verbindet alle Feuerwehrleute eigentlich? Es ist laut Nashan die Sorge und Hilfe für andere Menschen, welche das wertvollste Kapital im Hause der Menschheit darstellt. „Und solange es noch Leute gibt, die freiwillig bereit sind, für andere da zu sein, ist es um diese Welt nicht allzu schlimm bestellt”, formuliert es Nashan.

Wehrführer Klauspeter Nashan (am Rednerpult) dankte der HNZ – Foto: Stephan Bonaventura

Ohne den unermüdlichen Einsatz der Kameraden wäre man, egal in welcher Stadt, gar nicht in der Lage, die Schutzziele für die Bevölkerung einzuhalten und Gefahrensituationen erfolgreich abzuwehren und zu bewältigen. „Mit Ihren Einsätzen leisten sie Großes! Dafür bin ich als Wehrführer der Feuerwehr Homburg besonders stolz und dankbar, so wie die Menschen denen geholfen wurde. Denn wenn man einmal bei einem Einsatz vor Ort ist, spürt man bei allem Schrecken und Entsetzen auch eines: Dankbarkeit“, so Klauspeter Nashan

Nicht zu vergessen: Die Feuerwehr ist darüber hinaus auch ein fester Bestandteil der Stadtgesellschaft und seiner Ortsteile.  Sie organisieren Feste, Sportveranstaltungen und bringen sich bei unzähligen Aktivitäten mit ein. Die Institution der Feuerwehr ist ein wahrer Leuchtturm der Gesellschaft und man kann ihren Mitgliedern nicht oft genug danken. Herzlichen Glückwunsch zur „Homburger Kanone“.

Foto: Stephan Bonaventura
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