Wie viel Fläche steht eigentlich jedem einzelnen Menschen auf der Erde zu, um sich zu ernähren, zu kleiden und mit Energie zu versorgen? Die Antwort darauf will ein neues Projekt in Gersheim buchstäblich auf den Boden bringen. In der Gemeinde entsteht ein sogenannter „Bliesgau-Weltacker“, der globale Zusammenhänge der Landwirtschaft auf einer überschaubaren Fläche erfahrbar machen soll.
Bevor die erste Aussaat starten kann, braucht es jedoch helfende Hände. Der Biosphärenzweckverband Bliesgau und der Weltackerverein rufen deshalb zu mehreren Arbeitseinsätzen auf. An den Aktionstagen Anfang November wird die künftige Ackerfläche vorbereitet: Zur natürlichen Unkrautregulierung legen die Helfer den Boden mit Pappe aus und bringen anschließend Kompost ein, der die Erde nachhaltig mit Nährstoffen versorgt.
Wer mit anpacken möchte, ist willkommen. Die Termine sind für den 4., 5., 6. und 7. November jeweils ab 10 Uhr angesetzt, Treffpunkt ist der Europäische Kulturpark Reinheim gegenüber dem alten Keltendorf. Aus organisatorischen Gründen bitten die Veranstalter um eine vorherige Anmeldung.
Hinter dem Konzept des Weltackers steckt eine einfache, aber einprägsame Rechnung. Teilt man die weltweit verfügbare Ackerfläche durch die Zahl aller Menschen, bleiben rechnerisch rund 2.000 Quadratmeter pro Kopf. Auf genau dieser Fläche muss alles wachsen, was ein Mensch zum Leben benötigt. Der Gersheimer Acker orientiert sich dabei zusätzlich am wissenschaftlichen Modell der „Planetary Health Diet“ und zeigt, wie sich eine wachsende Weltbevölkerung innerhalb der ökologischen Grenzen des Planeten gesund ernähren kann.
Im Zentrum des Vorhabens steht der Bildungsgedanke. Als außerschulischer Lernort soll die Fläche künftig Schulklassen, Kitas und die breite Öffentlichkeit ansprechen. Ziel ist es, komplexe Fragen rund um Ressourcenverteilung und Konsum verständlich zu vermitteln und das Bewusstsein dafür zu schärfen, wie eine gerechte Ernährung für alle gelingen kann.
Eine Besonderheit liegt im Standort selbst. Durch die unmittelbare Nähe zur französischen Grenze erhoffen sich die Initiatoren Impulse für eine gelebte deutsch-französische Zusammenarbeit im Bereich Bildung und Nachhaltigkeit. Erste Kontakte zur Association des Arboriculteurs de Bliesbruck Blies-Ebersing wurden bereits geknüpft.
Getragen wird das Projekt vom ehrenamtlichen Engagement des Weltackervereins. Unterstützung kommt vom Biosphärenzweckverband Bliesgau, bei dem auch die organisatorischen Fäden zusammenlaufen, sowie von der Gemeinde Gersheim.


















