Blick ins die Ruine der ehemaligen Synagoge in Homburg.
Anzeige

Am 9. November 1938 begann mit der Reichspogromnacht der systematische Völkermord an der jüdischen Bevölkerung in Deutschland. In jener Nacht wurden Synagogen, Geschäfte und Wohnungen jüdischer Bürgerinnen und Bürger zerstört, geplündert oder in Brand gesteckt. Auch in Homburg blieben jüdische Familien nicht verschont.

Um an dieses Verbrechen zu erinnern und das Gedenken wachzuhalten, laden die Stadt Homburg und die christlichen Kirchen zu einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung ein. Sie findet am Montag, 10. November, um 16 Uhr in der protestantischen Stadtkirche in der Kirchenstraße statt.

Veranstalter sind die Kirchen, das Kinder- und Jugendbüro sowie das Stadtarchiv. Ziel der Veranstaltung ist es, an die Opfer zu erinnern und ein Zeichen dafür zu setzen, dass menschenverachtendes Denken und Handeln keinen Platz haben dürfen. Die Erinnerung soll zugleich daran mahnen, dass Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeit sind und aktiv verteidigt werden müssen.

Als Hauptrednerin wird in diesem Jahr Joanna Bergin erwartet, die Tochter der verstorbenen Homburger Jüdin Edith Aron. Edith Aron wurde 1923 in Homburg geboren und emigrierte 1935 mit ihrer Mutter nach Argentinien. Ihr Vater überlebte in Südfrankreich. Nach dem Krieg kehrte sie kurzzeitig ins Saarland zurück und lebte später in Paris, Berlin und London, wo sie 2020 im Alter von 96 Jahren verstarb.

Anzeige

Edith Aron war Schriftstellerin und Übersetzerin. Der Autor Dr. Ralph Schock widmete ihr das Buch „Edith Aron: Auf Wegen und Pfaden – Ein Lesebuch“, in dem er Stationen ihres Lebens und ihre literarischen Arbeiten zusammenfasst. Aus diesem Werk wird ihre Tochter Joanna Bergin während der Veranstaltung Passagen lesen und Gedichte vortragen. Für diesen Tag reist sie eigens aus London an.

Anzeige

Am Programm beteiligen sich zudem Schüler der AG „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ des Saarpfalz-Gymnasiums sowie die Konfirmandengruppe der protestantischen Kirchengemeinde Homburg. Die musikalische Gestaltung übernimmt der Chor der Musikschule Homburg unter Leitung von Carola Ulrich. Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung gehen alle Teilnehmenden in stillem Schweigen zur Ruine der ehemaligen Synagoge in der Klosterstraße, wo Oberbürgermeister Michael Forster abschließend einige Worte sprechen wird. Die Synagogenruine ist bereits tagsüber für stilles persönliches Gedenken geöffnet.

(Visited 217 times, 1 visits today)
Anzeige