Foto: Bill Titze

Firmen aus der Gesundheitsbranche nehmen in Zeiten der Pandemie eine besondere Bedeutung ein. Das gilt auch für das Homburger Unternehmen Dr. Theiss Naturwaren, das im letzten Jahr kurzentschlossen Desinfektionsmittel produzierte. Nicht zuletzt deshalb gab es von Finanzminister Peter Strobel bei einem Besuch großes Lob.

Es war im März vergangenen Jahres, als ganz Deutschland, ja ganz Europa, fieberhaft nach Desinfektionsmitteln suchte. Der große Bedarf angesichts eines Virus‘, das noch keiner wirklich kannte, sprengte die Kapazitätsgrenzen der Weltwirtschaft. In dieser Situation war man seitens der Politik und auch der Bevölkerung für jeden Strohhalm dankbar. So kam auch ein „Quereinsteiger“ wie Dr. Theiss Naturwaren ins Spiel, der Desinfektionsmittel produzierte, obwohl das nicht zum Kernsegment gehört.

Doch in Zukunft will man sich seitens der Politik nicht mehr auf solche „spontanen“ Lückenfüller verlassen. Und so ist die diesjährige Sommertour von Finanzminister Strobel einem besonderen Thema gewidmet. „EU und Bund verfolgen das Ziel, unabhängiger zu werden von internationalen Lieferketten. Gerade in sensiblen Bereichen ist das wichtig und da gehören auch Pharma und Pflege dazu“, so Strobel im HOMBURG1-Interview.

Strobel (r.) ließ sich von Nardi (l.) auch die Geschichte des Unternehmens näherbringen. – Foto: Bill Titze

Zu dieser Branche zählt auch Dr. Theiss Naturwaren, wo normalerweise in erster Linie Körperpflegeprodukte hergestellt und vertrieben werden. Dass das auch heute wieder der „Normalfall“ ist und die Desinfektionsmittel keine große Rolle mehr im Unternehmen spielen, davon konnte sich Finanzminister Peter Strobel bei einem Besuch in der Firma überzeugen.

Foto: Bill Titze

So war es in der Verpackungsabteilung im Werk 2 „In den Rohrwiesen“ Zahnpasta, die in tausendfacher Fertigung vom Band lief. Frisch verklebt, damit Diebe die Tuben später nicht aus der Schachtel klauen können. Weiter ging es schließlich in der Produktion, wo das Zahnpflegemittel in großen Behältern zubereitet wird. Detailliert ließ sich der Minister von Geschäftsführer Giuseppe Nardi erklären, wie und wohin die vielen Produkte verkauft werden. Sichtlich beeindruckt musterte Strobel die riesige Lagerhalle. „Eigentlich weiß hier nur der Computer, wo was steht“, erklärte Nardi dem CDU-Politiker.

Auch das Lager begutachtete Strobel (M.). – Foto: Bill Titze

Der war nicht nur von der schieren Größe des Lagers beeindruckt, sondern auch von der Flexibilität des Unternehmens. „Als nirgendwo Desinfektionsmittel zu bekommen war, hat Dr. Theiss seine Produktion umgestellt und viele Hektoliter produziert. Die Firma war dementsprechend einer der großen Helfer in der Pandemie“, lobte Strobel. So hilfreich der Einsatz des Unternehmens damals war: In Zukunft will man sich auf solch dankbares privates Engagement nicht mehr verlassen müssen, wenn es nach EU und Bundesregierung geht.

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