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Bis 2035 will sich das Saarland zu einer der innovativsten Regionen Europas mausern – so lautet das erklärte Ziel der Landesregierung, das sie mit ihrer frisch vorgestellten Strategie „Digitales Saarland 2035“ untermauert. Die FDP Saar unterstützt diese Marschrichtung grundsätzlich, warnt allerdings vor zu viel Papier und zu wenig Wirkung. Für den Landesvorsitzenden Jorgo Chatzimarkakis darf es nicht bei wohlklingenden Absichtserklärungen bleiben.

„Eine Digitalstrategie darf kein Katalog guter Absichten bleiben“, stellt Chatzimarkakis klar. Ihr Erfolg messe sich nicht an der Zahl beschriebener Wirkungsfelder, sondern an konkreten Ergebnissen: an schneller genehmigten Bauanträgen, an vollständig digital erledigten Behördengängen und daran, ob aus der heimischen Spitzenforschung tatsächlich neue Unternehmen und Arbeitsplätze wachsen.

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Besonders am Herzen liegt dem Liberalen die Verbindung von Digitalisierung und Schule. Junge Menschen sollten den souveränen Umgang mit digitalen Werkzeugen, Programmierung und Künstlicher Intelligenz erlernen – ohne dabei den Boden unter den Füßen zu verlieren. „Kinder müssen die digitale Welt verstehen, ohne den Bezug zur wirklichen Welt zu verlieren“, so Chatzimarkakis. Lesen, Schreiben, Kopfrechnen, Konzentration, Bewegung und der direkte Austausch mit anderen seien durch nichts zu ersetzen.

Dazu gehört aus seiner Sicht auch ein ehrlicher Blick auf die Schattenseiten. Das Saarland müsse stärker auf die Suchtrisiken sozialer Medien reagieren, mit verbindlichen Präventionsangeboten, fundierten Unterrichtsmaterialien und regelmäßigen Fortbildungen für Lehrkräfte. Digitale Mündigkeit bedeute eben mehr, als ein Gerät bedienen zu können. „Sie bedeutet, Algorithmen zu durchschauen, Quellen zu prüfen und selbstbestimmt zu entscheiden“, betont der FDP-Politiker – eine neue Form von Freiheit, die man der jungen Generation vermitteln müsse.

Großes Potenzial sieht Chatzimarkakis im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, der Universität, dem CISPA und weiteren Einrichtungen bringe das Land beste Voraussetzungen mit, um zur europäischen Modellregion für vertrauenswürdige KI zu werden. Dass die eigene KI-Fokusstrategie jedoch erst für den Sommer 2027 geplant sei, hält er angesichts des rasanten technischen Tempos für schlicht zu spät.

Stattdessen fordert die FDP Saar eine breit angelegte KI-Offensive, die Forschung, Schulen, Hochschulen, Mittelstand, Industrie und öffentliche Verwaltung miteinander verzahnt. „Das Saarland sollte nicht nur erforschen, was KI technisch kann“, sagt Chatzimarkakis. Ebenso wichtig sei die Frage, was die Technologie mit der Arbeitswelt, der Gesellschaft und der Freiheit des Einzelnen anrichte.

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Als dritten Schwerpunkt drängt die Partei auf einen konsequenten Umbau der Verwaltung. Bestehende Verfahren dürften nicht einfach eins zu eins in die digitale Welt kopiert werden. Echte Digitalisierung heiße, Abläufe zu vereinfachen, Zuständigkeiten zu bündeln und Doppelstrukturen abzubauen. Als Beispiel nennt Chatzimarkakis die parallelen unteren Bauaufsichtsbehörden beim Regionalverband Saarbrücken und bei der Landeshauptstadt, die schnellstmöglich zusammengeführt gehörten.

Künftig solle das Prinzip gelten: Daten nur einmal angeben, ein zentraler digitaler Zugang, ein klarer Ansprechpartner pro Verfahren. „Wenn am Ende dieselben Formulare, dieselben Wartezeiten und dieselben Doppelstrukturen nur vom Papier auf den Bildschirm wandern, ist nichts gewonnen“, warnt er. Die FDP verlangt deshalb feste Zielgrößen, verbindliche Umsetzungstermine und klare Verantwortlichkeiten – und zwar von Beginn an, nicht erst 2029.

Das Land besitze kurze Wege zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, resümiert Chatzimarkakis. Genau daraus lasse sich ein echter Vorsprung schmieden: „digitale Bildung mit Augenmaß, eine entschlossene KI-Offensive und eine Verwaltung, die den Menschen das Leben tatsächlich einfacher macht.“

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