Wer im Saarland täglich zur Arbeit pendelt, kennt das Gefühl: Morgens steht man vor einer Baustelle, abends steht man wieder davor – und irgendwann drängt sich die Frage auf, warum dort eigentlich nicht länger gearbeitet wird. Genau an diesem Punkt setzt die CDU-Landtagsfraktion an, die nun erneut mehr Tempo und eine bessere Abstimmung bei Baustellen auf den Landesstraßen fordert.
Auslöser ist ein Bericht der Landesregierung im Verkehrsausschuss. Aus Sicht der Union offenbarte dieser vor allem eine Lücke: Die Regierung konnte nicht beziffern, bei wie vielen Baustellen auf Landesstraßen tatsächlich mit verlängerten Arbeitszeiten, im Mehrschichtbetrieb oder an Wochenenden gearbeitet wird.
Sebastian Schorr, Sprecher der Fraktion für den ländlichen Raum und Mitglied im Verkehrsausschuss, nimmt den subjektiven Eindruck vieler Autofahrer ernst, warnt aber zugleich vor vorschnellen Urteilen. „Natürlich kann dieser Eindruck täuschen. Es gibt technische Abläufe, Aushärtezeiten oder Arbeiten, die man von außen nicht sieht“, räumt er ein. Doch genau deshalb habe man von der Landesregierung belastbare Zahlen sehen wollen – „die konnte sie heute nicht liefern“.
Für Schorr ist das mehr als eine statistische Randnotiz. Ohne Kenntnis darüber, wie oft welche Arbeitsmodelle zum Einsatz kommen und was sie bringen, ließen sich auch keine Lehren für künftige Bauvorhaben ziehen. Die CDU will deshalb per parlamentarischer Anfrage im Detail klären, wie bei länger andauernden Landesstraßenbaustellen seit 2022 gearbeitet wurde. Eine pauschale Nacht- oder Wochenendarbeit strebe man ausdrücklich nicht an, betont Schorr – gerade innerorts müssten die Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner gewahrt bleiben. Wo es sich anbiete, solle aber konsequent geprüft werden, ob sich die Bauzeit durch intensivere Arbeit verkürzen lasse.
Auch Alwin Theobald, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und verkehrspolitischer Sprecher, plädiert für ein Umdenken bereits bei der Vergabe. „Lieber kürzer und intensiver bauen, als die Belastung unnötig in die Länge zu ziehen“, sagt er. Kürzere Bauzeiten müssten schon in der Ausschreibung mitgedacht werden, der Landesbetrieb für Straßenbau solle entsprechende Vorgaben konsequent prüfen. Dabei gehe es nicht allein um die reinen Baukosten: Jeder zusätzliche Tag mit Staus und Umwegen habe seinen Preis – für Pendler, Handwerksbetriebe und Unternehmen.
Schnelleres Bauen ist aus Theobalds Sicht jedoch nur die halbe Miete. Die Fraktion pocht seit Längerem auf ein institutionalisiertes, baulastträgerübergreifendes Baustellenmanagement. Einzelne Abstimmungsgespräche reichten dafür nicht aus. Gefragt seien eine dauerhafte Gesamtübersicht, klare Zuständigkeiten und eine frühzeitige Koordination – und vor allem durchdachte Umleitungen. „Eine Umleitung darf möglichst nicht in die nächste Baustelle führen“, mahnt er.
Mit Blick auf den wachsenden Sanierungsbedarf rechnet die CDU künftig eher mit mehr als mit weniger Baustellen. Umso wichtiger sei es, diese nicht nur zu verwalten, sondern aktiv zu managen. Theobalds Formel dafür ist knapp: „Weniger Stillstand auf der Baustelle bedeutet weniger Stillstand für Pendler, Handwerk und Unternehmen.“





















