Symbolbild

Der stellvertretende Landesvorsitzende der FDP Saar Dr. Helmut Isringhaus begrüßt die angekündigten Lockerungen im Saarland, fordert aber gleichzeitig eine zügige Erhöhung der Impfquote:

„Der Vorstoß des Ministerpräsidenten zu weitreichenden Lockerungen nach Ostern ist absolut richtig, kommt aber sehr überraschend. Am Montag meinte er noch, dass es bei den Beschränkungen bleiben müsse, da man mit dem Virus keine Kompromisse schließen könne. Eine solche Kehrtwende um 180 Grad innerhalb von 3 Tagen ist schon bemerkenswert. Hoffentlich bleibt Tobias Hans dieses Mal bei seiner Linie und verfällt nicht wieder in die Zick-Zack-Politik der letzten Monate. Die heute verkündeten Beschlüsse sind trotz einiger Bedenken der richtiger Schritt und ein guter Anfang raus aus der Spirale von Verlängerungen und Verschärfungen des Lockdowns. Wichtig ist es nun, dass die Landesregierung parallel dazu schneller mit Hilfe der Haus- und Betriebsärzte die Impfquote erhöht, um die Pandemie so auch mittelfristig besser in den Griff zu bekommen“.

Jede/r Bürger*in sollte täglich einen kostenfreien Test machen können.

Auch die Jusos im Saarland begrüßen das Saarland-Modell, warnt aber vor falschen Hoffnungen bei den saarländischen Bürgerinnen und Bürgern. Dazu Kira Braun, Landesvorsitzende der Jusos: „Mit der Modellregion-Strategie unterbreitet das Land eine lang erhoffte Öffnungsperspektive, deren tatsächliche Umsetzung noch von vielen Faktoren abhängt. Perspektiven sind richtig. Es dürfen aber keine falschen Hoffnungen geschürt werden. Es ist mehr als fraglich, ob die Inzidenz nach Ostern noch unter 100 im Saarland liegt. Bereits in den letzten Tagen ist sie von 65 auf 70 gestiegen. Wir dürfen nicht das Vertrauen der Saarländerinnen und Saarländer verspielen, indem Erwartungen und Hoffnungen geschürt werden, die am Ende nicht eingehalten werden können. Die Perspektive von jungen Menschen darf bei der Öffnungsdebatte nicht außer Acht gelassen werden. Jugendzentren und andere Angebote an junge Menschen müssen bei den Öffnungen oberste Priorität haben. Es muss genügend Testkapazitäten geben, dass die Bürgerinnen und Bürger sich regelmäßig kostenfrei testen lassen können. Es kann nicht von Bürgerinnen und Bürgern verlangt werden, dass sie regelmäßig Schnell-Tests auf eigene Kosten durchführen müssen, um weiterhin am sozialen Leben teilhaben zu können. Die Möglichkeit von den Öffnungen zu partizipieren, darf nicht vom Geldbeutel abhängen.“

„Es ist gut, dass auf dem Impfgipfel weitere 80.000 Impfdosen dem Saarland, vor allem aufgrund seiner Grenzlage und den damit einhergehenden Gefahren, zugesprochen wurde. Die frühzeitigen Lockerung im Saarland dürfen nicht dazu führen, dass die anderen Bundesländer den Eindruck fehlender Solidarität des Saarlandes gewinnen. Bevor andere gesellschaftliche Bereiche öffnen, müssen wir den Testbetrieb auch weiterhin an unseren Schulen sicherstellen. Während vor einigen Wochen die CDU die Rückkehr in den vollen Präsenzbetrieb gestoppt hatte, können Lockerungen jetzt nicht schnell genug gehen. Dass junge Menschen oberste Priorität in der Krise haben, darf keine leere Phrase bleiben. Deswegen muss der volle Präsenzbetrieb an Schulen umgehend wieder aufgenommen werden. Gerade die Gastronomie wurde von Corona schwer gebeutelt- eine Perspektive für die Außengastronomie ist daher sehr erfreulich. Ein tagesaktueller negativer Schnelltest und eine vorherige Anmeldung können probate Mittel sein, um Ansteckungen zu vermeiden und Infektionsketten nachzuvollziehen. Trotzdem dürfen exponentielles Wachstum und gefährliche Mutanten nicht aus den Augen verloren werden. Auch, wenn wir alle uns vor allem für die Wirtschaft und die vielen Kunst-und Kulturschaffenden freuen, befinden wir uns noch in einer globalen Pandemie. Die Gesundheit der Menschen und die Situation auf den Intensivstationen muss auch weiterhin Grundlage für alle weiteren Schritte sein. Wir hoffen sehr, dass in Zukunft kein weiteres Kommunikationsdesaster entsteht, sodass nicht noch mehr Vertrauen in die Regierenden verloren geht.“, so die Landesvorsitzende der Jusos Saar, Kira Braun.

Junge Union Saar begrüßt Saarland-Modell der Landesregierung

Zu dem von Ministerpräsident Tobias Hans und Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger vorgestellten Saarland-Modell der Landesregierung erklärt der Landesvorsitzende der JU Saar, Johannes Schäfer: „Wir befinden uns an einem sehr gefährlichen Zeitpunkt im Verlauf der Corona-Pandemie. Jeder, der sich im Bekanntenkreis umhört, stellt fest: Die Menschen sind corona-müde und die psychische Belastung, gerade auch unter jungen Menschen, steigt. Maßnahmen können jedoch nur dann wirkungsvoll sein, wenn sie auch nachvollzogen und umgesetzt werden. Ohne jede Perspektive sinkt die Bereitschaft, sich an die Regeln zu halten. Wir brauchen eine Trendwende. Ein Jahr nach Beginn der Pandemie muss uns daher mehr einfallen, als ständig in die gleichen Muster zu verfallen. Ich bin sehr froh, dass die saarländische Landesregierung unter Ministerpräsident Tobias Hans nun den Mut gefasst hat, einen innovativen neuen Weg raus aus der Krise zu gehen. Durch die testbasierte Öffnung von Vergnügungs- und Sportanlagen, der Außengastronomie sowie die Ermöglichung von größeren privaten Zusammenkünften wird den Menschen ein großes Stück Lebensqualität zurückgegeben werden.

Jedem muss selbstverständlich bewusst sein, dass derartige Öffnungsschritte aufgrund der Mutationen des Corona-Virus auch ein Risiko darstellen. Es ist ein absolutes Modellprojekt. Jedoch ist es aus meiner Sicht an der Zeit, dieser Pandemie mutig entgegenzutreten. Denn wir müssen uns eingestehen: Das Corona-Virus wird auf absehbare Zeit nicht verschwinden. Wir müssen Wege finden, mit dem Virus zu leben. Außerdem bietet das Saarland aktuell auch gute Grundvoraussetzungen durch ein moderates Infektionsgeschehen und einen fortschreitenden Ausbau von Testkapazitäten. Ein Sprichwort besagt: „Das größte Risiko im Leben ist, überhaupt keins einzugehen.“ Ich bin sehr dankbar, dass die saarländische Landesregierung dieses Risiko nun eingeht und uns im Rahmen des Möglichen echte Perspektiven aufzeigt. Diese Chance dürfen wir gerade als junge Generation nicht verspielen und müssen verantwortungsbewusst mit den aufgezeigten Lockerungen umgehen. Dann wird uns die Trendwende in der Corona-Politik gelingen.“

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