Start Politik&Wirtschaft Erbach | Der Erbach schäumt – und kein Ende in Sicht!

Erbach | Der Erbach schäumt – und kein Ende in Sicht!

Foto: Carola Piazolo

Auf dem Erbach schäumt es nach wie vor massiv – und entsprechend schäumen auch die Bürgerinnen und Bürger. Denn immer noch ist unklar, warum sich auf dem Gewässer Schaum bildet. Auch die Frage des Verursacher ist nach wie vor offen. 

„Zwei Dinge wissen wir inzwischen: Erstens werden seit Januar 2019 Tenside in weit über den haushaltsüblichen Mengen in den Erbach eingeleitet, und zweitens wird laut EVS der Erbach nicht akut toxisch verschmutzt. Eine chronische Verschmutzung konnte jedoch nicht ausgeschlossen werden“, so Carola Piazolo, Stadtratsmitglied der Homburger Grünen. „Somit besteht die Gefahr, dass der Erbach über längere Zeit kontinuierlich mit Giften verschmutzt wird, die nicht in ein fließendes Gewässer gehören. Es sind bis heute weder die oder der Verursacher bekannt, noch wurden wirksame Gegenmaßnahmen unternommen.“

Der EVS hat im letzten Stadtrat Ende Februar 2019 die Gründe für eine Verzögerung der Erkenntnislage dargelegt: Der Erbach sei so verzweigt und es gäbe unzählige Einleiter. Auf Nachfrage bei der zuständigen Behörde sind aus diesem Grund bis heute keine Rückschlüsse auf den Verursacher möglich. Es konnte außerdem kein Hinweis gegeben werden, bis wann der oder die Verursacher gefunden würden.

Offener Brief: Schaum auf dem Erbach

„In Anbetracht der Tatsache, dass Kinder und Jugendliche inzwischen während ihrer Schulzeit auf die Straße gehen müssen, damit die Verantwortlichen die Ernsthaftigkeit der umweltpolitischen Lage erkennen, lässt sich Umweltverschmutzung nicht mehr auf die „Lange Bank“ schieben. Wir gehen in Homburg zu nachlässig mit der uns anvertrauten Natur und Umwelt um. Es wird Zeit Verantwortung zu übernehmen und mit Hochdruck den Verursacher zur Rechenschaft zu ziehen“, fordert Piazolo in der Sache Aufklärung. 

Nun gehen die Homburger Grünen auf die nächste Instanz zu und wandten sich Ende der vergangenen Woche an den zuständigen Minister: „Da wir einen dringenden Handlungsbedarf sehen, haben wir uns am 7. März 2019 mit einem offenen Brief direkt an Umweltminister Jost gewandt.“ Eine Reaktion liegt bis dato, sicherlich auch dem Wochenende geschuldet, noch nicht vor. 

1 KOMMENTAR

  1. Sehr geehrte Leser, der arme Erbach – wie wurde er regelrecht für viel Geld (!!!) DE-naturiert! Vorher war es ein schon seit Jahrzehnten (!!!) gewachsenes Biotop – angefangen bei „Schlichers“ Weiher (= Fischweiher im Gerstenweg Jägersburg) hinunter zum Brückweiher… Eisvögel, Reiher, Frösche, Fische (beileibe nicht nur Forellen!),Pflanzen am u. im Wasser, wunderbare Farbspiele und Spiegelungen im Herbst auf dem Wasserspiegel – all das wurde erfolgreich „de“-naturiert mit viel Geld und Zerstörung(!!). Wieviel Kleinstlebewesen und Pflanzen im u. am Wasser mussten dran glauben, als die Bagger anrückten u. die LKW`s mit ihren breiten Reifen alles niederfuhren und den Boden verdichteteten! Nicht zu beschreiben, was im Rahmen der sog. Re-Naturierung wörtlich dem Erdboden gleichgemacht wurde! Bis all dies wieder ins Gleichgewicht kommt, wird Jahrzehnte dauern. Leider haben viele unserer Mitmenschen kein Auge für diese Dinge, obwohl sie täglich durch die Landschaft jagen…. (ich will nat. niemanden kränken mit dieser Aussage – aber oft fehlt der Blick für die Shönheit unserer heimischen Natur).
    Mir ist klar geworden, dass in Sachen Umwelt nur halbherzig – und meist zu spät – Konsequenzen gezogen werden – UNSERE NATUR STIRBT LAUTLOS – ob bzw. wann es zu spät ist, werden spätere Generationen er“leben“…..

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