Symbolbild

Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Tag des Jahres, bis zu dem Frauen bei gleichem Stundenlohn umsonst arbeiten – während Männer seit Jahresbeginn für ihre Arbeit bezahlt werden. Dieser Tag fällt aktuell auf den 10. März. Wirtschafts- und Arbeitsministerin Anke Rehlinger: „Noch nie ist der Equal Pay Day so nahe an den Internationalen Frauentag herangerückt. Das ist zwar erfreulich, dennoch bleibt viel zu tun.“ Frauen in Deutschland erhalten durchschnittlich 18 Prozent weniger Bruttoverdienst als ihre männlichen Kollegen.

Anke Rehlinger (SPD) – Foto: SPD Saar

Die Gründe für den geschlechtsspezifischen Lohnunterschied sind vielschichtig. Dahinter stehen strukturelle Faktoren und erwerbsbiografische Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Ein wichtiger Schritt für die Erzeugung von Geschlechtergerechtigkeit ist aktuell die Ergänzung des Führungspositionen-Gesetzes. Ziel ist es, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen und verbindliche Vorgaben für die Wirtschaft und den öffentlichen Dienst zu machen. Ministerin Anke Rehlinger: „Der berechtigte Teilhabeanspruch von Frauen an Führungspositionen ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur strukturellen Chancengleichheit von Frauen und Männern. Dafür werden wir kämpfen und mit Hilfe dieses Gesetzes einen weiteren Schritt in die richtige Richtung gehen.“

Weitere wichtige Schritte für mehr Geschlechtergerechtigkeit wurden bereits begangen: Hierzu zählt die Einführung des Mindestlohns, von der gerade Frauen in niedrig entlohnten Dienstleistungsbereichen und in geringfügiger Beschäftigung profitieren, sowie die Einführung des Entgelttransparenzgesetzes, um das Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit“ in der Praxis stärker durchzusetzen. „Bei allen erreichten Erfolgen müssen unsere Schritte größer werden, damit wir schneller eine echte Lohngerechtigkeit zwischen den Geschlechtern erreichen. Denn auch wenn viele Maßnahmen bereits erfolgreich waren, dürfen unsere Bestrebungen, der Lohnlücke entgegenzuwirken, nicht nachlassen“, so Ministerin Anke Rehlinger. „Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund der Corona-Krise, denn es sind die erwerbstätigen Frauen, die besonders stark von den derzeitigen Corona-Maßnahmen betroffen sind.“

Barbara Spaniol: Höhere Löhne und Renten und allgemeinverbindliche Tarifverträge 

Anlässlich des Equal-Pay-Days fordert die Linksfraktion im Saarländischen Landtag höhere Löhne und Renten, einen wirklich armutsfesten gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 13 Euro die Stunde und eine andere Verteilung der Arbeitszeit.

Barbara Spaniol, DIE LINKE

Die frauenpolitische Sprecherin Barbara Spaniol erklärt: „Es ist kein Naturgesetz, dass Frauen im Saarland 20 Prozent weniger Geld erhalten als Männer, sondern die Folge struktureller Ungerechtigkeiten. Berufe, in denen vor allem Frauen arbeiten, sind deutlich schlechter bezahlt – auch weil in unserer Gesellschaft das Verwalten und Vermehren von Geld offenbar einen höheren Stellenwert besitzt als die Betreuung unserer Kinder oder die Pflege unserer Alten und Kranken. Frauen arbeiten deutlich häufiger in Teilzeit, auch weil sie in vielen Familien nach wie vor für Kindererziehung und den Haushalt zuständig sind. Das Ziel kann natürlich nicht sein, dass Mann und Frau beide gleichermaßen rund um die Uhr zu schlechten Löhnen ausgebeutet werden, sondern es muss vielmehr beiden auch mit Blick auf die finanzielle Lage der Familie und auf die Rente möglich sein, die Arbeitszeit auch einmal zu reduzieren. Es braucht auch allgemeinverbindliche Tarifverträge, um gleichen Lohn für gleiche Arbeit durchzusetzen. Und es darf kein Dauerzustand bleiben, das fast ein Drittel der berufstätigen Frauen, ein doppelt so großer Anteil wie bei den Männern, zu Niedriglöhnen schuftet, auch damit muss Schluss sein.“

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