Berlin (ots) – Zum Tag des Fahrrads am heutigen 3. Juni fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) eine beschleunigte Umwidmung von Verkehrsflächen in Fahrrad-Straßen und Pop Up Radwege. Darüber hinaus soll in allen Stadtgebieten Tempo 30 eingeführt werden. Die DUH zieht zudem Zwischenbilanz zu ihren in zwischenzeitlich 203 Städten gestellten Anträgen zur kurzfristigen und erst einmal temporären Schaffung von breiten und abgesicherten zusätzlichen Fahrrad-Straßen. 108 Städte haben sich mit dem DUH-Antrag beschäftigt und zurückgemeldet.

Nach anfänglichem Widerstand sehen immer mehr Kommunalpolitiker die Chance für einen beschleunigten Umbau der städtischen Infrastruktur. So hat der Baubürgermeister von Stuttgart den DUH-Antrag zunächst rundweg abgelehnt, nach Protesten aus der Bevölkerung und einem Protest-Fahrradweg ausgerechnet vor dem Mercedes-Werksgelände nun aber seine Meinung geändert und die ersten beiden Pop Up Radwege beschlossen. Die Bürger danken eine fahrradfreundliche schnelle Reaktion auf die Corona-Pandemie mit bisher nicht gesehenen Rekordwerten an Radfahrerinnen und Radfahrern praktisch bundesweit.

Die DUH fordert den derzeit vor allem mit der Rettung der Autoindustrie beschäftigen Bundesverkehrsminister Scheuer auf, die Kommunen bei der Umwidmung von Straßenflächen mit Bundesmitteln zu unterstützen. Nur mit genügend Platz können sich die Menschen auf dem Rad sicher und mit ausreichendem Abstand bewegen. Personen, die nicht mit dem öffentlichen Nahverkehr fahren können oder wollen, müssen mit dem Fahrrad eine gute Alternative zum Auto haben. Ansonsten führe die Corona-Krise zum klimaschädlichen Verkehrskollaps in den Städten.

Dazu Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. „Die Menschen erobern die Städte mit ihrem Fahrrad zurück. Gerade jetzt während der Corona-Pandemie brauchen wir mehr Fahrrad-Straßen und Tempo 30. Während Paris, Mailand und Brüssel mutig das Auto aus der Innenstadt drängen und Fußgängern und Radfahrern mehr geschützten Raum schaffen, tasten sich erste deutsche Städte vorsichtig an den Radfahrerschutz heran.“

Mit Aufhebung der Kontaktbeschränkungen werden Straßen, Rad- und Fußwege noch voller als sie es bereits jetzt im dritten Monat der Corona-Pandemie bereits sind. Für 2025 oder 2030 angekündigte Zielvorgaben müssen auf dieses Jahr vorgezogen werden. Dass dies möglich ist, zeigt eindrucksvoll die Europäische Hauptstadt Brüssel, die binnen weniger Wochen Tempo 20 in der gesamten Innenstadt und 40 Kilometer geschützte Fahrradwege geschaffen hat.

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