Die Johanniter im Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz und Saar führen seit dem 1. Oktober wieder ein komplettes hauptamtliches Leitungsteam. Mit Christian Groß rückt ein Mann an die Spitze, der ein Vierteljahrhundert Erfahrung im Rettungsdienst und in der Verbandsführung mitbringt. Der 47-Jährige teilt sich die Verantwortung künftig mit Peter Kaimer sowie dem ehrenamtlichen Vorstandsmitglied Wolf-Teja von Rabenau.
Berufen wurde Groß vom Bundesvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe, mit Zustimmung des Präsidiums und des Herrenmeisters des Johanniterordens. Der gebürtige Saarbrücker ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Bis Ende September leitete er die Geschäfte des DRK-Landesverbands Saarland – einer Organisation, die er über 26 Jahre begleitete, 20 davon hauptamtlich.
Seinen Weg in die Hilfsorganisation fand Groß bereits während des Zivildienstes als Rettungssanitäter. Parallel zu seinem Einsatz im Rettungsdienst studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität des Saarlandes und schloss als Diplom-Kaufmann ab. 2006 übernahm er beim DRK die Leitung des Referats Rettungsdienst und verantwortete dort unter anderem zehn Rettungswachen. Nach Jahren als stellvertretender Landesgeschäftsführer rückte er 2021 an die Spitze des Verbands.
Genau diese Kombination aus Praxis und Zahlen war es, die den Ausschlag gab. „Christian Groß bringt all das mit, was wir für den Landesverband HRS gut gebrauchen können: Er weiß, wie Rettungsdienst und Katastrophenschutz funktionieren, kennt sich mit Zahlen aus, hat Führungsverantwortung gelebt und ist gut vernetzt“, sagt Bundesvorstandsmitglied Oliver Meermann. Auch Peter Kaimer sieht der Zusammenarbeit zuversichtlich entgegen und ist überzeugt, dass die Organisation von den Kenntnissen und der Persönlichkeit des Neuzugangs profitieren werde.
Groß selbst schildert den Wechsel mit gemischten Gefühlen. „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mir der Abschied nach 26 Jahren DRK leichtgefallen wäre“, räumt er ein. Die Organisation habe ihn geprägt, er gehe mit großer Dankbarkeit – und blicke zugleich mit Motivation und „einer gesunden Portion Ehrfurcht“ auf die neue Aufgabe in einem der großen Landesverbände der Johanniter.
Reizvoll finde er die Verantwortung für Regionalverbände, Mitarbeitende und Ehrenamtliche in gleich drei Bundesländern. Dabei spricht er offen von schwierigen Rahmenbedingungen: Reformen und laufende Gesetzesvorhaben seien für Hilfsorganisationen aus seiner Sicht mindestens heikel, teils sogar bedrohlich. Umso wichtiger sei es, sich zukunftssicher aufzustellen.
Seiner Heimat bleibt der Saarländer dabei verbunden. Angesichts geopolitischer Spannungen und häufiger auftretender Extremwetterlagen sei eine enge, länderübergreifende Zusammenarbeit entscheidend. Gerade im Bevölkerungsschutz sieht Groß großes Potenzial. Er sei überzeugt, dass die Johanniter gemeinsam einen positiven Beitrag für die Menschen im Saarland, in Hessen und in Rheinland-Pfalz leisten könnten – und genau darauf freue er sich.



















