Die internen Verwerfungen bei der Neunkircher SPD rufen nun auch die Landespolitik auf den Plan. Nach einer ergebnislosen Krisensitzung erhebt die CDU Saar schwere Vorwürfe gegen die SPD-Landesvorsitzende Anke Rehlinger. Der Generalsekretär der Christdemokraten, Frank Wagner, spricht von einem Ausdruck mangelnder Führung an der Spitze der Sozialdemokraten.
Anlass ist eine Sitzung, die am Vortag für Aufsehen sorgte. Nach übereinstimmenden Medienberichten hatte Rehlinger zunächst ihre Teilnahme angekündigt, erschien dann jedoch kurzfristig nicht. Ein greifbares Ergebnis blieb am Ende aus. Auch ein möglicher Abwahlantrag gegen Oberbürgermeister Jörg Aumann sei dort offenbar nicht zur Sprache gekommen.
„Das Chaos bei der Neunkircher SPD geht weiter“, kritisiert Wagner. Er wirft der Landesvorsitzenden vor, sich in einer entscheidenden Situation zurückzuziehen. „Das ist kein Krisenmanagement, das ist Wegducken.“ Wer den Anspruch erhebe, das Land zu führen, müsse auch innerhalb der eigenen Partei Führungsstärke zeigen.
Für besonderen Unmut sorgt bei der CDU ein Detail des Abends: Statt Rehlinger sei Aumann selbst zur Sitzung erschienen. Trotz der massiven Vorwürfe gegen den Rathauschef gehe die örtliche SPD scheinbar zur Tagesordnung über, so der Generalsekretär. Er attestiert Rehlinger eine „eklatante Führungsschwäche“ und wirft ihr vor, Aumann weiter gewähren zu lassen.
Die Vorwürfe gegen den Oberbürgermeister nehmen nach Darstellung der CDU nicht ab. Neue Anschuldigungen kämen nahezu im Wochentakt, zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft. Für Wagner ist die Konsequenz klar: Aumann solle von sich aus zurücktreten. Sollte er diesen Schritt verweigern, müsse die SPD den Weg für ein Abwahlverfahren freimachen.
In diesem Punkt signalisiert die CDU weiterhin Unterstützung. Man stehe bereit, ein solches Verfahren mitzutragen, betont der Generalsekretär. Seine Botschaft an die Landesvorsitzende formuliert er mit Nachdruck: „Frau Rehlinger, es ist Zeit, Verantwortung zu übernehmen und zu handeln.“ Die politische Auseinandersetzung um die Zukunft des Neunkircher Rathauschefs dürfte damit vorerst nicht an Schärfe verlieren.




















