Auf dem Gelände der Universität des Saarlandes rückt ein ehrgeiziges Ziel ein Stück näher: Mit dem zweiten Bauabschnitt von „Campus 1000“ entstehen 306 zusätzliche Wohnplätze für Studierende. Den symbolischen Spatenstich setzten am Dienstag zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam, darunter Ministerpräsidentin Anke Rehlinger und Wissenschaftsminister Jakob von Weizsäcker.
Zusammen mit den bereits fertiggestellten 234 Plätzen aus dem ersten Abschnitt wächst damit direkt auf dem Campus ein eigenes studentisches Wohnquartier heran. Am nördlichen Rand des Geländes entsteht ein fünfgeschossiges Wohnhaus, das insgesamt 298 Apartments bietet, davon acht Doppelapartments. Das Bauvolumen schätzt die Bauherrin derzeit auf rund 34 Millionen Euro. Fertig sein soll das Gebäude bereits im September 2028.
Barrierefreiheit spielt bei der Planung eine zentrale Rolle. 55 Zimmer werden entsprechend ausgeführt, vier Apartments im Erdgeschoss sind rollstuhlgerecht gestaltet. Über einen Aufzug und breite Flure bleiben auch die übrigen Wohnungen gut erreichbar. Auf jeder Etage sollen Gemeinschafts- und Aufenthaltsräume Platz für Begegnungen schaffen. Verantwortlich für den Bau ist die landeseigene Wohnungsgesellschaft WOGE Saar, ausgeführt wird er durch die Peter Gross Hochbau GmbH & Co. KG.
Auch bei Bauweise und Energieeffizienz setzt das Projekt auf aktuelle Standards. Das Gebäude entsteht in Massivbauweise mit Betonfertigteilen und Mauerwerk, während die nichttragenden Außenwände in Holzbauweise ausgeführt werden. Eine extensive Dachbegrünung, Photovoltaikmodule und der Anschluss an die Fernwärme runden das Konzept ab. Gefördert werden die Apartments mit Mitteln von Land und Bund über die Saarländische Investitionskreditbank im Rahmen eines Programms zur Schaffung von Wohnraum für Studierende.
Für Ministerpräsidentin Anke Rehlinger ist das Vorhaben ein Signal weit über den Campus hinaus. „Wer im Saarland studiert, soll hier nicht nur beste Bedingungen für Studium und Forschung finden, sondern auch gut und bezahlbar wohnen können“, sagte sie. Die neuen Plätze seien modern, barrierefrei und klimafreundlich. „Wir investieren in unsere Hochschulen, in gute Lebensbedingungen und vor allem in die jungen Menschen, die hier ihre Zukunft gestalten.“
Wissenschaftsminister von Weizsäcker verwies auf die rasche Entwicklung des Projekts. Aus ersten Überlegungen im Jahr 2022 seien inzwischen fertige Wohnhäuser geworden, weitere entstünden, die nächsten befänden sich in Planung. Bauminister Reinhold Jost betonte den doppelten Nutzen des sozialen Wohnungsbaus: Günstiger Wohnraum für Studierende sorge zugleich dafür, dass in den Städten Wohnungen frei würden, die dann wieder zu bezahlbaren Mieten zur Verfügung stünden.
Auch die Beteiligten vor Ort sehen in dem Neubau mehr als nur zusätzliche Betten. Universitätspräsident Prof. Ludger Santen hob hervor, dass bezahlbarer Wohnraum direkt auf dem Campus besonders internationalen Studierenden das Ankommen erleichtere. Carsten Rast, Vorstand des Studierendenwerks Saarland, brachte es auf den Punkt: „Jeder Wohnplatz, der entsteht, nimmt einem weiteren jungen Menschen Last von den Schultern.“ Wer sich nicht lange um die Wohnungssuche kümmern müsse, habe schneller den Kopf frei für sein Studium.
Zwei weitere Bauabschnitte sollen in überschaubarem Zeitraum folgen. Perspektivisch wächst die Zahl der Studierendenwohnungen auf dem Campus damit auf über 1.000 – moderner und bezahlbarer Wohnraum mit kurzen Wegen zu Hörsälen, Bibliotheken und Mensa.





















