Beschimpfungen am Fahrkartenschalter, Drohungen in der Verwaltung, körperliche Übergriffe im Krankenhaus: Wer heute im direkten Kontakt mit Kund*innen oder Patient*innen arbeitet, muss immer häufiger mit Aggression rechnen. Diese Entwicklung stellt die aktuelle Ausgabe der Mitgliederzeitschrift AK-Konkret in den Mittelpunkt. Das Heft 5/2026 der Arbeitskammer widmet sich schwerpunktmäßig dem Thema Gewalt am Arbeitsplatz.
Betroffen sind längst nicht mehr nur einzelne Berufsgruppen. Ob im öffentlichen Nahverkehr, in Behörden, im Gesundheits- oder im Bildungswesen – überall dort, wo Beschäftigte unmittelbar mit Menschen zu tun haben, nehmen verbale und körperliche Attacken zu. Die Übergriffe gehen dabei von jenen aus, die eigentlich eine Dienstleistung in Anspruch nehmen wollen.
Für die Fachleute der Arbeitskammer ist klar, dass sich das Problem nicht allein mit Appellen lösen lässt. Gewaltschutz, so ihre Kernbotschaft, hängt eng mit guten Arbeitsbedingungen zusammen. Zugleich verweisen sie auf einen größeren Zusammenhang: Eine verlässliche Daseinsvorsorge sei unverzichtbar. Wo die Infrastruktur verfällt, wächst der Frust der Menschen – und dieser entlädt sich oft ausgerechnet bei denjenigen, die den Betrieb am Laufen halten.
Wie tiefgreifend solche Erfahrungen das persönliche Leben und den Berufsalltag prägen können, schildert im Titelthema eine Zugbegleiterin. Ihr Bericht macht die Dimension greifbar, die hinter den nüchternen Zahlen steckt.
Über den Schwerpunkt hinaus greift das Heft weitere Debatten auf. Die Arbeitskammer erläutert, warum sie die eingeschlagene Richtung der laufenden Reformen bei Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung mit erheblicher Sorge betrachtet. Auch der Entwurf der Bundesregierung zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz steht in der Kritik. Ein eigener Beitrag begründet, warum das Gesetz aus Sicht der Kammer einen grundlegenden Kurswechsel benötigt.
Einen Blick zurück wirft der fünfte Teil der Reihe zum 75-jährigen Bestehen der Arbeitskammer. Er erinnert an den Festakt Mitte September, der im Bildungszentrum in Kirkel stattfand. Ergänzt wird die Ausgabe durch Texte aus Kultur, Politik und Gesellschaft, etwa zum Phänomen des Präsentismus, also dem Arbeiten trotz Krankheit, sowie durch praktische Hinweise aus dem Arbeitsrecht.
Abgerundet wird das Heft von einem zwölfseitigen Spezialteil zur Weiterbildung. Darin enthalten ist der kompakte Bildungskurier 2027. Zwei Beschäftigte berichten zudem aus erster Hand, welche Erfahrungen sie mit der eigenen Weiterbildung gemacht haben. Die vollständige Ausgabe steht als PDF mit Blätterfunktion unter www.arbeitskammer.de/ak-konkret bereit.





















