Symbolbild

Der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) geht mit der aktuellen Debatte über eine Reform der Erbschaftsteuer hart ins Gericht. Noch bevor sich das Bundesverfassungsgericht mit dem Thema befasst, warnt der Bundesvorsitzende Dr. Martin Nebeling davor, die Diskussion auf die falsche Fährte zu führen. \u201eWenn wir nur über steuerliche Privilegien von Unternehmenserben reden, geht die Diskussion in die vollkommen falsche Richtung\u201c, stellt er klar.

Statt an Einzelmaßnahmen herumzubasteln oder auf Umverteilung zu setzen, fordert der Verband ein grundsätzliches Umdenken. Die Erbschaftsteuer, so Nebelings Überzeugung, müsse neu durchdacht und von Grund auf neu konzipiert werden. Es gehe nicht um Flickwerk, sondern um ein tragfähiges Gesamtkonzept.

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Dabei lenkt der BKU den Blick auf eine Gruppe, die seiner Ansicht nach in der öffentlichen Wahrnehmung oft falsch eingeordnet wird. \u201eEs wird zu oft aus dem Blick verloren, dass Unternehmenserben es in Deutschland keineswegs leicht haben\u201c, betont Nebeling. Eine gelungene Unternehmensnachfolge sei kein Luxus, sondern eine Leistung, die Anerkennung und Förderung verdiene \u2013 und eben keine staatlichen Hürden.

Diese Perspektive gewinnt aus Sicht des Verbands gerade jetzt an Gewicht. Viele Familienunternehmen würden angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von ihren Erben verkauft. \u201eOb Steuern, Abgaben, Energie oder Personal \u2013 der Kostendruck wächst immer weiter\u201c, beschreibt Nebeling die Lage. Dabei seien Familienunternehmen für die Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft unverzichtbar, weil sie Werte und Tradition mit nachhaltigem wirtschaftlichem Erfolg verbänden.

Konkret hat der BKU-Arbeitskreis Steuerrecht ein eigenes Modell zur Diskussion gestellt. Es sieht anstelle der bisherigen Verschonungsregeln eine Flat Tax von 10 Prozent auf Betriebsvermögen vor. Diese könnte über zehn Jahre gestundet oder abgezinst abgelöst werden. Die Bewertung des Vermögens soll nach einem einfachen, realitätsnahen Verfahren erfolgen, das eine Überbewertung ausschließt.

Im Gegenzug entfiele die aufwendige Verschonungsbedarfsprüfung, und an die Stelle klassischer Freibeträge träte ein indexierter Lebensfreibetrag. Für Nebeling liegen bereits zahlreiche durchdachte Vorschläge auf dem Tisch. \u201eWir haben gerade von Seiten der Wirtschafts- und Unternehmerverbände viele spannende Konzepte, die jetzt in der Politik auf den Tisch und sorgfältig geprüft werden müssen\u201c, so sein abschließender Appell. Der Verband ruft damit zu einer konstruktiven Debatte über wachstumsfördernde Lösungen auf.

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