Bei der Plenarsitzung der Kultusministerkonferenz (KMK) wurde eine gemeinsame Empfehlung des Zentralrats der Juden in Deutschland, der Bund-Länder-Kommission der Antisemitismusbeauftragten und der Kultusministerkonferenz zum Umgang mit Antisemitismus in der Schule verabschiedet. Diese soll Lehrkräften eine Orientierung im Umgang mit den verschiedenen Formen des Antisemitismus geben und Handlungsstrategien entgegensetzen. Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot begrüßt das.

„Antisemitismus gibt es in allen sozialen Schichten, mal völlig offen, mal versteckt und wie wir es in den letzten Jahren schmerzhaft erlebt haben, auch wieder in einer erschreckend radikalen und tödlichen Form. Antisemitismus ist nicht Sache der Anderen, er geht uns alle an. Deshalb muss auch jede und jeder Einzelne ihn erkennen, benennen und ihm entgegentreten können.  Diese Mündigkeit und dieses Verantwortungsbewusstsein müssen wir Kindern und Jugendliche in unseren Schulen aber beibringen. Ich bin sehr froh, dass die Empfehlung zustande gekommen ist. Sie zeigt Maßnahmen der Prävention und Intervention auf und stärkt das demokratische Miteinander sowie die Zivilcourage von Lehrkräften, Kindern und Jugendlichen gleichermaßen. Gemeinsam mit vielen Netzwerken und Initiativen gibt es bereits heute an unseren Schulen vielfältige Projekte“, sagt Streichert-Clivot.

Vor allem in der Lehreraus-, fort- und -weiterbildung sei es wichtig, das fächerübergreifende und vernetze Lehren und Lernen zum Umgang mit Antisemitismus zu stärken.  Die Empfehlung beschreibt aber nicht nur Formen des  Antisemitismus, sondern zeigt Maßnahmen der Prävention und Intervention auf. Sie richtet sich an Lehrkräfte und pädagogisches Personal aller Schularten, Schulstufen und Fächer, an Schulleitungen, Einrichtungen der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften sowie an die zuständigen staatlichen Institutionen.

Die Bildungsministerin ruft dazu auf, sich mit Antisemitismus aktiv auseinanderzusetzen: „Antisemitismus, Rassismus und Hetze gehen nicht einfach irgendwann wieder von alleine weg. Wo immer Antisemitismus, Rassismus, Hass und Hetze herausbrechen, braucht es auch einen sichtbaren und hörbaren Widerspruch. Wir brauchen bei Antisemitismus ein durchgestrecktes gesellschaftliches Rückgrat“, so Streichert-Clivot.

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