Bild: Erika Wittlieb/ Pixabay
Anzeige

Die Alterung der Bevölkerung reduziert die Kauf- und Mietpreise für Immobilien in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung. Demnach hat der gestiegene Anteil älterer Menschen die durchschnittlichen Kaufpreise für Wohnungen zwischen 2008 und 2020 um rund zwölf Prozent und Kaufpreise für Häuser sowie Mieten um gut sieben Prozent gesenkt. Dennoch führten andere Faktoren, wie zum Beispiel die niedrigen Zinssätze, insgesamt zu einem deutlichen Anstieg der Preise in diesem Zeitraum. Der demografische Wandel erhöht zudem das Immobilienangebot.

Anzeige

Die RWI-Studie zeigt, dass ein höherer Anteil älterer Menschen zu einem höheren Angebot an Immobilien führt, da ältere Haushalte tendenziell Vermögenswerte auflösen und weniger Wohnfläche benötigen. Dies dämpft die Entwicklung der Immobilien- und Mietpreise. Bei Wohnungskäufen ist der Preiseffekt am stärksten ausgeprägt. Demnach hat die gestiegene Zahl älterer im Vergleich zu jüngeren Menschen die durchschnittlichen Kaufpreise für Wohnungen zwischen 2008 und 2020 um etwa zwölf Prozent gesenkt. Die Preise für Häuser sowie Mietpreise sind im gleichen Zeitraum um etwa sieben Prozent gedämpft worden.

Die demografische Alterung – insbesondere das Verhältnis der Personen im Rentenalter (über 65 Jahre) zu Personen im erwerbsfähigen Alter (15 bis 64 Jahre) – wird sich in den kommenden Jahren noch weiter verstärken. Unter der Annahme, dass der Zusammenhang zwischen Altersstruktur und Immobilienpreisen konstant bleibt, dürfte die Bevölkerungsalterung die Kaufpreise für Wohnungen bis 2050 im Durchschnitt um rund 18 Prozent, die Preise für Häuser um sechs Prozent und die Mietpreise um 15 Prozent reduzieren. Mögliche Veränderungen des Immobilienangebots oder der durchschnittlichen Wohnfläche können diesen Alterungseffekt überlagern.

Anzeige

Die regional sehr unterschiedlichen demografischen Entwicklungen werden die Diskrepanz der Immobilienpreise weiter verstärken. Dadurch könnte insbesondere das Gefälle zwischen Immobilienpreisen auf dem Land und in den Großstädten weiter zunehmen. Für die Studie wurden insgesamt mehr als 20 Millionen individuelle Immobilienangebote der Internetplattform ImmobilienScout24 aus dem Zeitraum von 2008 bis 2020 mit detaillierten demografischen Daten auf Gemeindebene kombiniert und analysiert.

„Unsere Studie deutet darauf hin, dass der demografische Wandel die Immobilienpreise spürbar dämpft, auch wenn dies angesichts der starken Preissteigerungen in den vergangenen Jahren auf den ersten Blick schwer zu erkennen ist“, sagt RWI-Wissenschaftler Philipp Jäger. „Wir gehen außerdem davon aus, dass sich das ungleiche Tempo der Bevölkerungsalterung in den Gemeinden fortsetzen wird, wodurch sich die Unterschiede in den regionalen Preistrends weiter verstärken werden.“

Originalpublikation: https://www.rwi-essen.de/fileadmin/user_upload/RWI/Publikationen/Ruhr_Economic_P…

Anzeige
Anzeige
Vorheriger ArtikelBaugenehmigungen: Attraktive ländliche Kreise
Nächster ArtikelAusbildungsmarktbilanz 2021/22: Weiter rückläufige Bewerberzahl lässt Besetzungsprobleme zunehmen

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte kommentieren sie.
Bitte geben sie ihren Namen ein.