Die Botschaft der Deutschen Bahn fällt für das Saarland alles andere als erfreulich aus: Die dringend erwartete Generalsanierung der Strecke von Forbach über Saarbrücken und Kaiserslautern nach Ludwigshafen wird erneut verschoben. Mobilitätsministerin Petra Berg sparte in ihrer Reaktion nicht mit Deutlichkeit. „Diese Verbindung ist die Lebensader des Saarlands“, betonte sie – und machte zugleich klar, dass es an den notwendigen Bauarbeiten keinen Weg vorbeigebe.
Hintergrund der Verzögerung sind gestiegene Kosten, Bauverzögerungen und fehlende Kapazitäten, weshalb Bund und Bahn ihre Pläne überdenken. Für Berg ist dieser Schritt grundsätzlich nachvollziehbar. „Eine realistische Planung ist besser als ein Zeitplan, der nicht hält“, erklärte die Ministerin. Doch aus einer berechtigten Überprüfung dürfe kein Aufschub ins Ungewisse werden.
Genau hier liegt der Kern ihrer Kritik. Die Sanierung soll nach aktuellem Stand erst nach 2031 beginnen – ohne dass bislang ein neuer, verbindlicher Zeitplan vorliegt. Ohne eine solche Grundlage lasse sich ein Verkehrsprojekt kaum verantworten, so Berg. Weder könnten Bahnhöfe barrierefrei umgebaut noch Ersatzverkehre organisiert oder Investitionen sinnvoll geplant werden.
Immerhin kündigt die Bahn an, bis 2031 einzelne Maßnahmen umzusetzen. Dazu zählen die Ausrüstung mit dem Europäischen Zugsicherungssystem ETCS Level 2 im Jahr 2028 sowie Ersatzinvestitionen für einen verlässlichen Betrieb ein Jahr später. Im Raum steht zudem eine Streckensperrung von mindestens acht Wochen. Jede Sperrpause, so warnt die Ministerin, belaste Fahrgäste, Wirtschaft und Kommunen gleichermaßen und treibe die Kosten in die Höhe. Umso wichtiger sei es, dass die Modernisierung der Bahnhöfe verbindlich abgesichert werde.
Von Bund und Bahn fordert das Saarland deshalb drei konkrete Zusagen. An erster Stelle steht ein verbindlicher Zeit- und Maßnahmenplan für die vollständige Sanierung des Korridors – ohne gekürzte Investitionen und ohne eine konzeptlose Zerstückelung in Einzelprojekte. Ebenso müssten die geplanten Sperrzeiten eng mit dem Land abgestimmt werden, damit bereits vorbereitete Vorhaben wie die Bahnhofsmodernisierung tatsächlich realisiert werden können und nicht ihrerseits um Jahre verschoben werden.
Als dritten Punkt verlangt Berg eine faire finanzielle Beteiligung des Bundes. Wenn dieser seine Strategie ändere, dürften die Länder nicht auf den Mehrkosten für Schienenersatzverkehr und vorbereitete Projekte sitzen bleiben. Das Saarland habe die grundlegende Modernisierung des Schienennetzes stets unterstützt, und daran ändere sich nichts. Im Gegenzug erwarte man jedoch mehr Verlässlichkeit, Transparenz und faire Rahmenbedingungen. „Die Menschen und die Wirtschaft im Saarland brauchen nicht immer neue Sanierungsstrategien. Sie brauchen eine Bahn, die funktioniert“, fasste die Ministerin zusammen. An diesen Maßstäben werde man Bund und Deutsche Bahn künftig messen.





















