Symbolbild

Sommer, Sonne und steigende Temperaturen. Aber stets eine brütende Hitze in Innenräumen – das muss nicht sein. Die Energieberater der Verbraucherzentrale geben hier Tipps zum Hitzeschutz für Wohnräume. 

Richtiges Lüften:

Lüften lohnt sich umso mehr, je kühler es draußen ist. Am effektivsten ist ausgiebiges Lüften in den frühen Morgenstunden, wenn die Lufttemperatur außen geringer ist als die Lufttemperatur innen.

Rollläden, Außenjalousien und andere Verschattungen:

Über die Fenster dringt ein Großteil der Wärme in den Innenraum ein. Die Anbringung eines Sonnenschutzes ist deshalb wichtig. Rollläden und Außenjalousien sind besonders wirksam, da sie bereits verhindern, dass die Wärmestrahlung in den Raum eindringt. Rollläden, die außerdem eine Einbruchschutzklassifizierung (mindestens RC 2) haben, werden durch die KfW finanziell gefördert. Achtung: Mieter müssen vor Anbringung von außen den Vermieter um Erlaubnis fragen.

Sonnenschutzfolien und Sonnenschutzverglasungen:

Sie bieten einen wirksamen Hitzeschutz. Dabei verhindern sie bis zu 70% des Energieeintrags durch die Fenster. Je höher die Reduktion der Sonneneinstrahlung, desto dunkler wird es im Raum. Auch im Winter reduziert sich dadurch die Sonneneinstrahlung, entsprechend muss etwas mehr geheizt werden. Wenn durch die Sonnenschutzfolie der Einsatz von Klimageräten reduziert oder sogar vermieden wird, stellen diese eine echte ökologische Alternative dar. Sonnenschutzfolien werden dauerhaft auf der Außenseite der Fenster montiert. Geschickte Heimwerker können die Folie auch in Eigenleistung anbringen. Wem das alles zu viel ist: Zur Not hilft auch ein weißes Tuch, das von außen vor das Fenster gehängt wird und leicht wieder entfernt werden kann.

Klimageräte:

Klimageräte benötigen Strom und erzeugen deswegen mit ca. 38 bis 140 Euro pro Zimmer  (Quelle: Stiftung Warentest 06/2021) nicht unerhebliche Kosten. Monoblöcke sind dabei besonders ineffizient. Deutlich besser sind Split-Geräte. Als Verbraucher kann man sich an den Energielabel und den Tests der Stiftung Warentest orientieren. Bei der Auswahl sollte auch auf den Geräuschpegel des Klimageräts geachtet werden. Durch den hohen Stromverbrauch und/oder das eingesetzte Kältemittel stellen die Geräte eine Belastung für die  Umwelt dar. Ökologisch vertretbarer werden solche Geräte, wenn der Strom hierfür durch die hauseigene PV-Anlage erzeugt wird, sagt Reinhard Schneeweiß, Architekt und Energieberater der Verbraucherzentrale.

Ventilatoren:

Vor der Anschaffung eines Klimageräts sollte zunächst ein simpler Ventilator ausprobiert werden. Er ist in Anschaffung und Betrieb erheblich preiswerter als ein Klimagerät. Ventilatoren senken zwar nicht die Raumtemperatur. Im Luftstrom verdunstet Schweiß zügiger als ohne Wind, Körperwärme wird so besser abgeleitet.

Bauliche Maßnahmen:

Eine gute Dämmung des Dachs und der Außenwände sorgt im Sommer für angenehme Innentemperaturen und spart im Winter Heizkosten ein. Bei Schrägdachdämmungen sollte darauf geachtet werden, dass raumseitig Materialien mit hoher Wärmespeicherkapazität eingebracht werden. Eine nachträgliche Dämmung wird von KfW bzw. BAFA gefördert. Dachüberstände und Terrassendächer verringern eine direkte Sonneneinstrahlung ins Haus, wodurch sich die Erwärmung zusätzlich abschwächt. Für Neubauten schreibt die Gebäudeenergiegesetz vor, dass der Sonneneintrag ins Haus begrenzt werden muss. Auf diese Weise wird Energieaufwand zum Kühlen des neuen Hauses reduziert.

Fassaden- und Dachbegrünung:

Die Dachbegrünung im Zusammenhang mit einer Verbesserung der Dachdämmung wird mit gefördert. Durch die Begrünung sinken die Oberflächentemperaturen und der Hitzeeintrag ins Haus. Bevor eine solche Maßnahme umgesetzt wird, ist zu klären, ob und in welchem Maße die Statik des Hauses zusätzliche Dachlasten verträgt. Auch eine nachträgliche Fassadenbegrünung mit Rankhilfen etc. reduziert die Oberflächentemperaturen und reduziert damit den Wärmeintrag ins Haus.

Persönliche Beratung zur Problemlösung im Einzelfall oder zur Frage, welche Dämmstoffe besonders geeignet sind, um eine Überhitzung von Dachgeschosswohnungen zu vermeiden, bietet die Verbraucherzentrale. Dank der Bundesförderung für Energieberatung der Verbraucherzentrale ist die Rückruf- sowie die Video-Chat-Beratung kostenfrei. Mehr Informationen unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de und www.verbraucherzentrale-saarland.de. Termine zur individuellen Beratung können saarlandweit unter der Tel.-Nr. 0681 50089-15 oder unter der kostenfreien bundesweiten Hotline 0800 – 809 802 400 vereinbart werden.

Anmeldung zur Beratung in:

–       Homburg, Kreisverwaltung, Tel.: 06841 – 1048434

–       Kirkel, Rathaus, Tel.: 06841 – 8098 22

–       Blieskastel, Volkshochschule, Tel.: 06842 – 924310

–       St. Ingbert, Rathaus, Tel.: 06894 – 130

Zurzeit findet die Beratung noch nicht in den Stützpunkten sondern als Rückruf- bzw. Online-Beratung statt.

 

 

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